Jim Strong

Hier - natürlich ganz vertraulich - der hochgeheime Winkel,
wo die Originale ruhen!

28. Mai 2019

 

Abenteurer unter sich

 

Old Shatterhand versus Jim Strong 

 

Romanhefte und ihre "Helden" muss man - wie kaum eine andere literarische Form - im gesellschaftlichen Kontext sehen und beurteilen. Adrian Schräder sagt es in bezug auf Jim Strong so: "Um das Phänomen der Romanheftchen zu verstehen, muss man sich in die Zeit Ende der Vierziger-, Anfang der Fünfzigerjahre zurückversetzen: Im Radio liefen die Nachrichten und volkstümliche Musik. Fernsehen gab es noch längst nicht in jedem Haushalt. Kino war in Zürich erst ab 18 Jahren zugelassen. So war die Literatur das Einzige, was einem als junger Mensch blieb, um in andere Welten abzutauchen.".

Etwas ähnliches lässt sich auch von jenem Kosmos sagen, den Karl May - viel früher, in einer anderen Zeit - geschaffen hat. 

Das Phänomen ist ähnlich und wiederholt sich auch Jahre später beim Aufschwung der Comics und ihrer ganz speziellen "Helden". Immer ist diese Form von "Literatur" - in allen nur denkbaren Ausprägungen - von moralischen Bedenken, Warnungen, Verboten etc. begleitet. Der nostalgische Bericht im Tagesanzeiger zeigt dies sehr schön auf.

Der TagesAnzeiger Artikel ist hier zu lesenInteressant in diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis auf die noch existierende Website der Artusverlag-Romanheftsammler. Der kleine inzwischen aufgelöste Verlag hat von 1996 bis 2002 achtundzwanzig Hefte der Zeitschrift «Der Romanheft-Sammler» herausgegeben. Der Verlag hat auch die  "seltene Schweizer Heft-Serie «Jim Strong Abenteuer» — original publiziert von 1945 bis 1947 — in kleiner Auf­lage nachgedruckt. Ebenfalls dazu, erschien die «Jim Strong-Bibliographie». Als weitere Bibliographie wurde «Rolf Torring's Aben­teuer — 1930 bis heute» herausgegeben (1997), sowie der spannende Insider-Bericht «Erinnerungen eines Bücher-Sammlers» von Werner G. Schmidtke. Auch erschienen einige seltene Abenteuer-Hefte als Reprints (Rolf Torring / Karl May)".

Zu, Thema Romanhete/Heftromane gibt es hier auch eine recht umfassende Bibliographie.

Zum Thema "moralische Vorbehalte zur Schundliteratur" werde ich in der nächsten Zeit aus meine persönlichen Journalisten-Archiv unter dem Titel  "Zeitdokumente" noch einiges publizieren.  Es lohnt sich also am Thema dranzubleiben.

Foto-Collage von Robert Weideli, Horgen: "In wehmütiger Erinnerung an die gefährlichen Abenteuer des Jim Strong, des O'Conell und des Sam Costello (They have gone forever)".
Foto-Collage von Robert Weideli, Horgen: "In wehmütiger Erinnerung an die gefährlichen Abenteuer des Jim Strong, des O'Conell und des Sam Costello (They have gone forever)".

Antwort von Hans Weiss

 

Nein, lieber Robert, Jim Strong lebt noch, er ist für uns wie für andere Menschen Elvis Presley, nämlich unvergänglich. Die "Unwissenden" werden von mir im folgenden Abschnitt in groben Zügen aufgeklärt.