Weinrallye ade!

28. Juli 2017

 

Weinrallye ade!

 

Die Weinrallye - das jeden Monat stattfindende Blog-Event, stellt seine "Fahrten" ein. Allerdings bleibt die Gruppenseite auf Facebook (zur Organisation der Rallye) bestehen und ist jederzeit für Fragen, Anregungen, einen Neuanfang oder/und eine Veränderungen bereit.. Hier die Begründung für den Abbruch::

28. Juli 2017 

 

 

Weinrallye ade!

 

 

28. Juli 2017

Heute wäre die Weinrallye unterwegs. Wie jeden letzten Freitag im Monat. Zum 111ten Mal, mit Geschichten zum Thema Wein.

Wäre, könnte, müsste, dürfte, sollte … wie ich diese Konjunktive des Lebens hasse. Nun hat die Möglichkeitsform auch das Weinrallye erreicht. Ich selber – als Mit-Administrator – habe vor gut einer Woche die „Reissleine“ gezogen - um einen Absturz zu verhindern.

Die Reaktion – nicht gewaltig, aber engagiert: von dankbar, traurig, erstaunt, ermunternd, persönlich bis schon fast schadenfroh: „wir haben es ja schon lange gesagt“.

Ein paar wunderschöne Abschiedsworte, vor allem jene von Anja Kircher vom Blogg https://weingeschichte-n.blogspot.de/ , welche die Ausgabe #111 betreute, haben mich berührt und bewegt: „Ich habe schöne Stunden mit der Weinrallye erlebt, habe sie immer sehr gemocht, auch und vielleicht vor allem bei Themen, die mir nicht wirklich viel sagten. Viel gelernt habe ich, viele wundervolle Geschichten gelesen, manches Mal gelacht, geschmunzelt, manchmal auch geweint.
Mein Dank gilt allen, die über so viele Jahre die Weinrallye getragen und sie mit Geschichten und Leben erfüllt haben. Möge Neues entstehen, möge Neues wachsen und vor allem eines: mögen neue Geschichten entstehen und die Welt des Weins nicht nur aus Werbung bestehen!“

 

Danke!

Dank an alle, welche die Rallye (mit)getragen haben.
Dank an alle, die sich in irgend einer Form engagierten.

Seit meinem letzten Aufruf habe ich geschwiegen – auch mit den „Likes“ – und bin in mich gegangen, habe die Meinungen abgewogen, den „Ausstieg“ geplant, die Kampfmontur angezogen, das „Laissez faire“ erwogen, mich im Wegschleichen geübt….

Vor allem habe ich wieder einmal ein ganz, ganz dickes Buch gelesen – 991 Druckseiten – geschrieben vor 84 Jahren, von einem Schriftsteller, der längst schon vergessen ist. Schliesslich habe ich jetzt mehr Zeit.

Und?

Ich habe als aktiver Administrator einen Entschluss gefasst, der wohl den unterschiedlichen Meinungen einigermassen „gerecht“ wird:
nicht wegschleichen, nicht begraben, nicht standhalten - einfach offen stehen lassen…
Das Administrative: Löschen unerwünschter Werbungen, auf Mitglieder-Anfragen und
-Aktivitäten reagieren, Ordnen von Anregungen und vielleicht auch von Beiträgen (Geschichten) … werde ich bis auf weiteres übernehmen.

Der Betrieb aber – die Rallyefahrten – bleiben eingestellt.

Bis?
Ja, bis ein anderer der (bisherigen) Administratoren - oder ein zukünftiger - die Initiative ergreift und einen neuen Anlauf nimmt: wie wir das getan haben, als der Gründer der Rallye, Thomas Lippert, vor fünf Jahren die Rallye einstellte und wir (nach ein paar Monaten) am 13. Februar 2012 verkünden konnten:

„Hurra, die alte Weinrallye ist fast wieder da!“

Und dann - nach ein paar weiteren rallyelosen Monaten - mit der Ausgabe #49 neu starteten.

Vielleicht nimmt die Weinrallye – 61 Ausgaben und fünf Jahre später - eine ähnliche (oder auch andere) Wendung.  Wer weiss es?

 

Als alt-neue Leseratte sage ich mit Marcel Reich-Ranicki : „Den Vorhang zu und alle Fragen offen!“

25. Juni 2017

 

Nachlese und ein Abgesang

 

 

von Anja Kircher-Kannemann vom Blog 
                                     Weingeschichte(n) der die letzte Rallye ( Ausgabe #111)
                                     ausgerichtet hat.

Man schrieb den 30. Tag des Monats Juni Anno Domini 2017 und niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass eben dieser Tag ein irgendwie historischer Tag werden sollte, denn eigentlich war es ein ganz normaler Weinrallye-Tag, so wie in nahezu jedem Monat seit über zehn Jahren. 

Es war der letzte Freitag des Monats und seit über zehn Jahren war eben dies der Tag an dem sich Weinblogger aus aller Herren Länder trafen, um Geschichten über Weine zu erzählen, über Weinmacher, über sich selbst oder über irgendetwas, das mit Wein in Verbindung steht.

Das Häuflein jener, die sich trafen, war mal größer und mal kleiner. Hin und wieder legte man auch mal eine Pause ein, aber dann ging es wieder los. Man traf sich, man tauschte Geschichten aus. Man freute sich über die Geschichten der Anderen, man lernte, man wurde neugierig, man machte sich Notizen und man diskutierte. 

So sollte es auch an eben jenem 30. Juni des Jahres 2017 sein; sollte …

Den ganzen Blog-Beitrag lesen

 

Dann kam ich, Peter, als einer der Administratoren, mit einem (aus Enttäuschung und Müdigkeit) geborenen Votum: 

„Ich gebe zu: ich bin was müde geworden. Nachlässig. Vielleicht auch enttäuscht. Oder haben wir einfach schon alles gesagt? Oder geschrieben?

Ich bin auf meiner Website (wo alle Rallye ab ca. #40 schön säuberlich registriert sind) nachgeblättert: In dieser Zeit habe ich rund 70 "Geschichten" verfasst: gute und weniger gute, lange und (leider) fast nie kurze, immer mit viel Bildern und Begeisterung. Immer wieder musste ich aufrufen, mahnen, zurechtbiegen und vor allem Werbung löschen (nie ohne die Werbenden persönlich angeschrieben zu haben).

Nein, ich glaube, es ist nicht die Hitze hier im Süden, die mir zu schaffen macht. Es ist so etwas wie Resignation.

Von rund 460 "Mitgliedern" unserer losen Gemeinschaft sind in der letzten Zeit nur wenige Beiträge entstanden, vier, fünf, sechs bei einer Rallye. Mehr leider nicht mehr. Und der fünfte, gefühlt war es der hundertste Aufruf, doch eine Rallye zu übernehmen, drang nur in wenige, immer etwa die gleichen Ohren. Was tun?

Die nächste Rallye wäre in einer Woche, am Freitag 28. Juli 2017!!!

Für einmal auslassen? Es ist ja Urlaubs- oder Ferien-Zeit. Im August ist dann Heimkehrzeit und im September, fällt der Alltag wieder so richtig an, und im Oktober ist Weinlese, und im November Vorbereitung des wichtigen Weihnachtsgeschäfts, und....

Natürlich bin ich bereit, die nächste Rallye kurzfristig zu übernehmen, auch wenn es Grill ist (und ich hier keinen Grill habe). Lieber mir "Weinexoten", ein Thema, das mich seit einiger Zeit umtreibt.

Also:

Bitte um eine Reaktion.

Bitte um Meldung, eine der nächsten Rallyes zu übernehmen.

Bitte mitmachen, sonst stockt der Karren endgültig.

Ich weiss: Alles hat seine Zeit. Die Weinrallye auch - obwohl sich wöchentlich immer neue Mitglieder melden. Dann aber - ausser in Eigenwerbung - stumm bleiben.Herzlich Peter“

 

Dann kamen Reaktionen, auch die von Anja: 

"Ich gestehe, ich schaute etwas ungläubig und fing an nachzudenken. 

Peter hatte Recht: die richtig Aktiven unter uns waren ein recht kleiner Haufen, viele Urgesteine (nicht despektierlich, sondern anerkennend gemeint 😉) waren inzwischen bloglos und viele Neuzugänge sahen offenbar die Weinrallye-Gruppe wie jede andere Gruppe bei FB, die sich mit Wein beschäftigt: immer schön Werbung und nichtssagende Bildchen mit dem immer gleichen Sprüchen wie „lecker Wein“ reinposten.

Ehrlich: das nervt schon in den andern Weingruppen mehr als genug (weshalb ich mich da auch kaum mehr blicken lasse). Wir waren doch immer anders. Bei uns gab es halt Geschichten, nicht stumpfe Werbung. Hier hat es immer herrlich gemenschelt, man fühlte sich immer aufgehoben - wie unter Freunden, auch wenn ich die Meisten leider bisher nie im Real Life kennengelernt habe."

 

Das Resultat siehe hier

30. Juli 2017

 

Reaktionen

 

Eine ganze Reihe von Reaktionen sind auf der Website "Weinrallye" zu lesen und kommentieren.

Besonders interessant ist wohl die Meinung eines der vielen mitlesenden Mitglieder (468):

 

Aus Sicht eines bisherigen Nichtschreibers.

 

Jan Sternel hat am 25. Juli geschrieben: 
"Es ist sehr Schade, wenn die Rallye aufhören würde, denn es ist ein Genuss, die unerschiedlichen Beiträge zu jedem Thema zu lesen. Mal mehr interessiert, mal weniger... und dann dennoch überrascht, dass es tr
otzdem so viel interessanter ist, als zuerst gedacht. Klar, so ein Forum lebt von der Gegenseitigkeit und den Reaktionen und es ist immer anstrengend, es am Leben zu halten. Auch Werbeverkaufsveranstaltungen sind nicht Sinn und Zweck des Forums. Aber es gibt einfach auch viele Mitglieder hier, die entweder viel Zeit brauchen, um sich dafür reif zu fühlen, etwas zu schreiben, bereits die Erfahrung gemacht haben, dass sie die besseren Zuhörer sind und sich einfach passiv an wunderbaren Geschichten rund um das Thema Wein erfreuen oder grundsätzlich gerne lesen.
Oft haben immer wieder die Gleichen geschrieben, trotzdem habe ich mich in der Vergangenheit gefreut, auch die entsprechenden Positionen immer wieder zu finden. Es war so, als ob man alte Bekannte mit ihren liebenswürdigen Eigenheiten wieder getroffen hat. Das soll nicht despektierlich klingen sondern es war eher das Gefühl, des Kennens, obwohl man sich noch nie gesprochen hat.
Egal, wie es hier weiter geht, einen großen Dank an alle, die sich hier Monat für Monat die Mühe gemacht haben, den Lesern den Horizont zu erweitern... und sei es nur um eine Anekdote. Aber sowas bleibt dann oft haften und prägt.

Mein Wunsch ist es, nicht aufzuhören, denn ich glaube nicht an eine "Auferstehung". Weg ist weg. Die Schwierigkeit ist eher, dem ganzen vielleicht eine Aktualisierung dahin gehend zu geben, dass sich auch der Nachwuchs angesprochen fühlt. Es gibt so tolle junge Sommeliers und Nachwuchswinzer, die viel zu erzählen haben, es wäre spannend, diese zu erreichen und zu einem Gastbeitrag zu gewinnen... denn dadurch kommt vielleicht auch noch etwas frischer Wind in die Gruppe. Und ich träume von kontroversen Diskussionen jenseits des Preisgefüges von Kellerkisten und Parkerpunkten (die es hier zum Glück nicht gibt, dafür auch noch ein großes Danke!), aber inhaltliche Diskussionen gibt es selten und provokante Thesen ebensowenig. 

Fazit: Ich werde es nicht ändern können, ob die Weinrallye dicht macht oder nicht, ich werde wahrscheinlich auch nicht anfangen, einen Blog auf zu machen. ABER: Dank an alle, die uns Monat für Monat mit ihren Geschichten erreicht haben, es war bestimmt nicht umsonst. Ich hoffe, die Weinrallye ist noch nicht vorbei sondern ist in einem Prozeß, bei dem aus dem Passiven Teil der aktive Teil herausgeschält werden muß. 

Hoch die Tassen, Prost und Santé!

 

Die ganze Diskussion und weitere Kommentare hier