Theater

23. September 2018

 

Operettenbühne Hombrechtikon:

 

Der Vogelhändler

 

Aufführung 2018

Auch eine "Dorfbühne" kommt heute nicht mehr ohne Sponsoring, intensive Werbe-Aufwand, hohe Professionalität und meist auch gewisse Privilegien (Hilfen und Vergünstigen) von Seiten der öffentlichen Hand. 

Direkte Subventionen gibt es in der Regel nicht. Dadurch entstehen ordentliche Kosten; Solisten, Musiker, aber auch Bühnenbild, Kostüme, Maske etc. Vieles ist - in der Ausführung - ehrenamtlich von den Vereinsmitgliedern zu leisten, in vielen Dingen braucht es aber professionelle Hilfe, die bezahlt werden muss. Andererseits können die Eintrittspreise nicht beliebig erhöht werden. Das Theater bleibt in der Regel ein Lokal- oder Regional-Ereignis. So auch die Operettenbühne in Hombrechtikon. 

Die Operette als eigene Kunstform entstand in der Mitte des
19. Jahrhunderts in Paris. Einer der berühmtesten Operetten-Komponisten war Jacques Offenbach ("Die schöne Helena, 2009 in Hombrechtikon gespielt). Die klassische französische Operette wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die "Wiener Operette" abgelöst oder überflügelt: Johann Strauss (Zigeunerbaron, 2017 in Hombrechtikon gespielt), Franz von Suppé (Boccaccio 2012 in Hombrechtikon, oder Carl Millöcker (Der Bettelstundent, 2006 in Hombrechtikon). Dazu gehört auch der Vogelhändler von Carl Zeller, der dieses Jahr in Hombrechtikon zu sehen ist.

Zur Aufführung
Natürlich ist es vor allem die leichte, fröhliche, beschwingte Musik, welche noch heute das Stück trägt.  Evergreens wie "Die Christel von der Post" (Andrea Suter), "Schenkt man sich Rosen im Tirol" (Cecukua Berglund und Daniel Zihlmann) oder " „Wie mein Ahnl zwanzig Jahr“ (Daniel Zihlmann) entwickeln sich als musikalische "Wiedersehwen" eingebettet in eine etwas verstaubte Handlung. Die Regie (Bettina Dieterle) hat einige hervorragende Einfälle - ohne jeglichen Modernisierungseifer, Schliesslich stellt doch der Laienchor einen strahlenden Höhepunkt der Aufführung dar. Kaum zu glauben, wie präzis und erlebnisnah das Ensemble vom musikalischen Leiter (Caspar Dechmann) geformt werden kann. Die Aufführung muss sich wirklich nicht verstecken.