Fèves, Figuren aus den Dreikönigskuchen (Frankreich)

 

 

Fèves (französisch) sind eigentlich "dicke Bohnen", fèves sind aber auch kleine Figuren, die im  "Galette des Rois" - im Dreikönigskuchen - eingebacken werden, verbunden mit dem Brauch, dass der oder die Glückliche, welche die Figur in seinem Kuchenteil findet, die Königskrone tragen darf.

Die Figuren sind ursprünglich aus Porzellan - heue aus Steinmasse und vor allem auch aus Kunststoff. Grundsätzlich haben sie mit der Weihnachtsgeschichte wenig zu tun. Es gibt fèves aus allen Bereichen, vor allem aber auch aus der Märchenwelt.  

Meistens werden thematische Gruppen als Serien zusammengestellt. Zum Beispiel "Der Königshof" oder die Figuren eines bestimmten Märchens oder (heute) auch einer Kultgeschichte, Figuren von Disney etc.

Zu diesen Serien von fèves gehört auch die Weihnachtsgeschichte, meist bestehend aus etwa 12 Figuren, oft inspiriert von der provenzalischen Tradition der Santons, der "kleinen Heiligen", welche in jeder Krippe in Südfrankreich anzutreffen sind.  

Sowohl die Santons, als auch die "fèves" sind beliebte Sammelobjekte, die man auf jedem Flohmarkt findet, aber auch an Sammlerbörsen gehandelt werden.  

Die "Fèves" sind natürgemäss viel kleiner als die Santons, nur etwa drei Zentimeter hoch und viel einfacher gemacht, Massenproduktion eben. Sie müssen ja in die "Galettes des Rois" und die Produktion darf wenig kosten (sonst würden die Dreikönigskuchen viel zu teuer). 
Die Santons hingegen sind wertvolle Keramik-Figuren, von Kunsthandwerkern geschaffen (von den 
santonniers de Provence) und meist etwa 7 bis 12 cm hoch. 

Auch hier gibt es nicht nur die Figuren der Weihnachtserzählung, sie sind vielmehr ein Abbild der historischen Dorfgemeinschaften in der Provence: vom Handwerker über den Bauernbetrieb bis zu festlich gekleideten Trachten  Die Santons bilden in meiner Krippensammlung eine eigene Sparte (etwa 300 Figuren) und haben zwanzig Jahre lang meine Krippenanlage (nach provenzalischem Vorbild) bevölkert.