Beiträge unseres "Philosophen"

15. März 2021

 

Corona-Pandemie:
Massnahmen-Streit, Corona-Politik, Covid-19-Erkrankung
von Peter Flubache

Das Impf-Egoisten-Paradoxon

Die Kritik an der Impfstoffbeschaffung ist nicht angebracht, denn man weiss erst heute welcher Hersteller die Zulassung erreicht, das konnte man vor 6 Monaten noch nicht wissen. Zudem zeigt sie den National-Egoismus auf, denn jede Impfdosis, die hier verfügbar ist, fehlt in einem anderen Land. Auch sagt die bestellte Menge noch nichts über die frühzeitige Verfügbarkeit aus.

Sind Menschen in einem Land wertvoller als in einem anderen Land, dass sie früher geschützt werden müssen? Sollte nicht das Gesundheitspersonal, welches die Covid-19-Kranken pflegen muss, weltweit zuerst geimpft werden? (Rechts Zeitungsausschnitt Tagblatt)

 (Foto: imago images/Michael Matthey)
(Foto: imago images/Michael Matthey)

(Printscreen ZDF/Reuters)
(Printscreen ZDF/Reuters)

Es wurde kritisiert, dass die Zulassungen zu lange dauerten. Ich kann mir vorstellen, was diese Kritiker gesagt hätten, wenn die Wirkung oder die Nebenwirkungen negative Auswirkungen gehabt hätten, weil man Notzulassungen statt einer seriösen Prüfung durchgeführt hätte. Als ein Milliardär aus Genf sich im Thurgau eine Impfung verschaffte, obwohl er noch lange nicht an der Reihe war ging eine Empörung durch das Land. Als Israel, USA und GB schon relativ grosse Teile ihrer Bevölkerung impfen konnten, weil sie einen viel höheren Preis bezahlt haben, auf die Produktionshaftung verzichtet und eine Notfallzulassung ermöglicht haben, wurden sie als gutes Beispiel gepriesen.

(Bild: zdf/dpa)
(Bild: zdf/dpa)

Man streitet sich darum, welche Staaten es geschafft haben, am meisten Impfdosen zusammenzuraffen und damit andere Staaten zu übervorteilen. Ist dieser Impf-National-Egoismus wirklich - im Wettlauf wer am meisten bezahlt - so erstrebenswert? Sicher ist nur, dass die Impflieferanten die Profiteure durch überzahlte Impfstoffe waren. Auch hier ging es darum den beschränkt verfügbaren Impfstoff zulasten anderer Staaten für sich zu sichern, denn die produzierten Impfstoffe können nur einmal verteilt werden. Ist der nationalistische Egoismus besser als der individuelle Egoismus? Ich finde es fragwürdig, jene Staaten, die für sich am meisten Impfstoffe auf Kosten anderer Staaten zusammengerafft haben, als gutes Beispiel hinzustellen

(Quelle: statista vom 18. März 2021)
(Quelle: statista vom 18. März 2021)

Sinnvoller wäre, wenn die Staaten mit den Lieferanten über Lizenzvergabe zwecks Nutzung zusätzlicher Produktions-kapazitäten verhandeln würde. Das würde das Problem vielleicht lösen, statt auf andere Staaten zu verschieben. Wir werden die Pandemie nicht besiegen, wenn wir nur in den reichen Staaten geimpft sind. Israel hat ein anderes und digitalisiertes Gesundheits-System mit zentraler Datenbank der individuellen Daten. dass dem Lieferanten alle gewünschten Zahlen über Wirkung und Nebenwirkungen perfekt liefern kann, wichtige Informationen für die Forschung. Zudem sollen sie einen viel höheren Preis bezahlt haben. Dem steht der Datenschutz in den meisten Ländern entgegen, deshalb ist Israel ohnehin nicht vergleichbar mit den anderen Ländern. Dadurch hat Israel ganz andere Voraussetzungen zur Bewältigung dieser Pandemie. Trotz Impfvorsprung hat Israel aber eine extrem hohe Zahl von Infizierten. Das Positive an Israel, auch wenn es unbeabsichtigt ist, Israel ist das ideale grosse Versuchslabor. So kann die Forschung die Resultate der Wirkung und Nebenwirkungen perfekt an einer grossen Bevölkerungsgruppe auswerten. Den Regierungen sollen keine Vorwürfe gemacht werden, weil sie zu wenig Impfstoffe zu Verfügungen haben, sondern lediglich, weil die Impforganisation ungenügend war.In ganz Afrika sollen bis am 18.1.21 25 Personen geimpft worden sein. (DLF, MSF, 2.2.21). Das grösste Problem dieses Jahrhunderts und darüber hinaus ist aber der Klimawandel, dagegen erscheint diese Pandemie als unbedeutendes Ereignis.

Klimajugend (Printscreen SRF)
Klimajugend (Printscreen SRF)

Es ist die fundamentalste menschengemachte Bedrohung der Menschheit. Wir verhalten uns wie der Frosch im langsam kochenden Wasser, nur dass es hier um Jahrzehnte statt Minuten geht. Nicht nur die Kosten, die heute schon jährlich im 2 bis 3-stelligen Milliardenbereich liegen werden gigantisch sein, mehr noch aber das menschliche Leid. Aus realistischer Sicht unseres bisherigen Verhaltens, werden wir die Katastrophe nicht mehr verhindern, sondern nur noch verzögern können. Technische Massnahmen helfen dabei, sie kommen aber viel zu spät. Wir haben über 30 Jahre verschlafen, weil wir nicht auf die Wissenschaft gehört haben.Erst Greta hat die Massen aufgeschreckt.

15. März 2021

 

Corona-Pandemie:
Massnahmen-Streit, Corona-Politik, Covid-19-Erkrankung
von Peter Flubacher

 

Die Kritik

(Dritter Teil)

Es wird immer wieder der gleiche Fehler gemacht, es wird zu spät und zu schwach gehandelt, dies gilt nicht nur für die Pandemie. Katastrophal wirkt sich dieser Fehler generell und besonders dramatisch beim Klimawandel aus. Um den Schaden in Grenzen zu halten, ist wirksames Handeln im frühesten möglichen Zeitpunkt angesagt. Jene Länder v.a. in Asien die schnell und hart gehandelt haben und auch auf den Datenschutz verzichtet haben, sind am besten gefahren.

 (Foto: imago images/Michael Matthey)
(Foto: imago images/Michael Matthey)

Aber das wollen die Kritiker natürlich auch nicht.
«Das wird man doch noch sagen dürfen!» 
Ja, in einer Demokratie muss die Regierung selbstverständlich kritisiert werden können, nicht aber auf Basis von ungeprüften Gerüchten, Fakes und Verschwörungsmythen. Im Zeitpunkt dieser Pandemie, wo Fakten fehlen sind sie unangebracht.

Die Kritik muss aufgrund von Fakten erfolgen, dazu gibt es genug Anlässe, z.B.

  • Whistleblower geniessen in der Schweiz praktisch keinen Schutz.
  • Der Schutz des wirtschaftlichen und politischen Filzes ist dominant, möglicherweise eine Eigenschaft kleiner Länder, man kennt sich.
Deutschlandfunk.de (imago/Rolf Zöller)
Deutschlandfunk.de (imago/Rolf Zöller)
  • Die Lobby-Aktivitäten, sowohl der Parlamentarier selber wie auch der externen Lobbyisten sind intransparent. Jeweils nach den Wahlen und Besetzung der Kom-missionen werden die Parlamentarier mit Kontakt-Anfragen und Geschenken überhäuft, eine wahre Lobbykratie!
  • Die Lobbykratie könnte man auch als institutionalisierte Korruption bezeichnen,

             trotzdem, vielleicht auch gerade des Nutzens wegen für ihre Klientel, wehren
             sich die bürgerlichen Parteien gegen eine Änderung.

  • Die Langsamkeit unseres politischen Systems, es wird unendlich lange diskutiert bis gehandelt wird. Das hat sich besonders nachteilig in der Pandemie und dem Klimawandel gezeigt.
(Foto: printscreen srf)
(Foto: printscreen srf)

Der Schweizer Bundesrat handelte am 13.1.21 unter Berücksichtigung der mutierten Corona-Variante B1.1.7 erstmals präventiv, bevor sich die neue Welle wie in GB, Irland und Spanien auftürmte, damit lag er höchst wahrscheinlich richtig, trotz intensiver Kritik. Ob man zu viel oder zu wenig gehandelt hat, wird man, wenn überhaupt, erst im Nachhinein wissen.

Auch ich würde einiges anders machen, aber es wäre wahrscheinlich nicht die bessere Lösung, soviel Demut muss sein! Da ich zu keiner der sieben Gruppen gehöre, beteilige ich mich nicht an dieser unendlichen Kritik und Debatten dieser Besserwisser. Ich erwarte nur, dass die Politik auf die Wissenschaft hört, soweit sie klare Aussagen machen kann, was allerdings noch die Ausnahme ist. Erst die Durch-Impfung d.h. die Herden-Immunität der Bevölkerung wird wahrscheinlich die Lösung für die Pandemie bringen. Das ist für jeden die Gelegenheit, sich an der Lösung des Problems zu beteiligen. Das wird aber dauern! Wenn alle die Möglichkeit haben geimpft zu werden, sollen die Geimpften auch wieder alle Freiheiten 
                                           geniessen dürfen.

Wie gut und wie lange die Impfung für welche Virus-Mutante schützt, ob sie auch Ansteckung verhindert weiss man noch nicht. Nebenwirkungen scheinen relativ harmlos zu sein, Langzeitwirkungen kann man noch nicht kennen, auch wenn sie nicht sehr wahrscheinlich sind, von Einzelfällen abgesehen. Dass es auch einzelne Tote, aufgrund von speziellen Vorbelastungen, dabei geben wird, muss in Kauf genommen werden. Diesen stehen Millionen Tote durch das Virus gegenüber. Es dürfte für unsere Gesundheit besser sein, sich heute impfen zu lassen,als sich dem Risiko einer Covid-19-Infizierung auszusetzen. Trotzdem ist von der Impfung kein 100%-Schutz zu erwarten.

08. März 2021

 

Corona-Pandemie:
Massnahmen-Streit, Corona-Politik, Covid-19-Erkrankung
von Peter Flubacher

 

Die Regierungen

Anti-Corona Demo in Berlin     (Bild: RND)
Anti-Corona Demo in Berlin (Bild: RND)

Die Regierungen aller Staaten haben die Aufgabe ihre Bevölkerung vor dieser Pandemie zu schützen und den Schaden zu minimieren. Sie versuchen es mit ähnlichen Massnahmen in unterschiedlicher Stringenz mit mehr oder weniger Erfolg.In 70 % der Fälle in der Schweiz soll nicht bekannt sein, wo die Infizierungen erfolgten. Weil auch die Verbreitung in naher Zukunft, der wichtigste Parameter, kaum  abzuschätzen ist, kann das richtige Mass nicht gefunden werden.

Deshalb gibt es Tausend Meinungen was und wie viel zu tun ist, verbunden mit der Kritik an anderen Meinungen. Es ist nicht unbedingt die Stärke echter Demokratien, die auf Kompromisse ausgelegt sind, in solchen Situationen rasch konsequent zu handeln. Auch der Föderalismus ist dazu nicht förderlich.

Die Politik

Dass die Massnahmen innerhalb der Politik und Experten debattiert werden müssen, ist unbestritten. Aber es ergibt wenig Sinn, über diese Massnahmen in der Öffentlichkeit unendlich zu debattieren, das verursacht nur Verunsicherung und Unfrieden, es befriedigt

(Bild: Crowdspondent)
(Bild: Crowdspondent)

höchstens die Kritiker. Es besteht das Dilemma zwischen long-covid/Tod, Freiheit, Wirtschaft, Staats-Kosten usw. Zu handeln. Damit kann es die Regierung nie richtig machen, es wird immer grössere Gruppen geben, die lautstark ihr  Missfallen über die getroffenen Massnahmen öffentlich äussern. Ich glaube aber, dass die schweigende Mehrheit noch Vertrauen in die Regierungen hat.

 

Es gibt sieben Gruppen von Kritikern der Massnahmen in der Öffentlichkeit

  1. Die Interessen-geleiteten, sie leiden unter den Massnahmen primär den finanziellen oder Angst, das ist auch gut nachvollziehbar.Jede Branche ist davon überzeugt, dass die Infizierungen nicht bei ihr efolgen, aber wo denn? Sie verdienen Verständnis, tragen aber nichts zur Lösung bei.
  2. Die Freiheits-Fanatiker, die ihre individuelle Freiheit über alles tellen, das Gemeinwohl interessiert sie nicht. Sie sind auch die radikalen Demonstranten.
Quelle: picture alliance / Tobias Steinmauret
Quelle: picture alliance / Tobias Steinmauret
  1. Die Geldzentrierten, für sie hat die Profitabilität der Wirtschaft und die Verhinderung von Staats-Schulden die absolute Priorität, Tote und Langzeitgeschädigte müssen in Kauf genommen werden.

        4. Die immer Unzufriedenen und
            Frustrierten, sie schwelgen in der
            Kritik, um über die Regierungen,
           die die Massnahmen anordnen
           müssen, mit unfairer Kritik herziehen.

       5. Die Besserwisser, die sich profilieren möchten, gelegentlich auch gut gemeint

           aber schlecht informiert und schlecht überlegt.zu können.

       6. Die Unbelehrbaren, Verschwörungstheoretiker und Wissenschaftsfeindlichen

           glauben irrigerweise, verstärkt durch die sozialen Medien, das Virus sei harmlos

           und nur herbeigeredet. Auch weil sie das Präventions-Paradox nicht verstanden

           haben, vergleichen sie es mit einer Grippe. Sie meinen, man dürfe ein brennendes 

           Haus erst löschen, wenn es im Vollbrand stehe.

       7. Die Virus-Leugner.

08. März 2021

 

Corona-Pandemie:
Massnahmen-Streit, Corona-Politik, Covid-19-Erkrankung
von Peter Flubacher

 

Die Fakten:

  1. Am 27.1.2020 wurde das Corona-Virus, mit Ursprung in China, in Europa das erste Mal entdeckt. Es wird angenommen, dass das fortschreitende Eindringen und Zerstören des Regenwaldes und damit Verdrängen der Wildtiere ursächlich ist, neue Pandemien sind deshalb zu erwarten.
  2. Das Virus, besonders die neuen Mutanten sind extrem ansteckend.
  3. Das Virus, ist gefährlich für alte, kranke und undefinierbare Gruppen, es kann tödlich sein oder Langzeitfolgen (long covid) haben. Es hat eine ganz andere Wirkung als das Influenza-Virus. Für eine Mehrheit ist es harmlos, trotzdem trotzdem fordert es zu viele Opfer.

«Das neuartige Coronavirus ist keine einfache Atemwegs-
erkrankung, sondern kann verschiedene Organe befallen.
Auch Nervengewebe kann zum Ziel von SARS-CoV-2
werden,was die häufigen Geruchs-und Schmeck-Störungen,
Kopfschmerzen und den Schwindel erklärt. Außerdem
können SARS-CoV-2-Infektionen zur Bildung von Blut-
gerinnseln führen, die in der Lunge ganze Bereiche
absterben lassen und im Gehirn Epilepsien und Schlag-
anfälle auslösen. Auch die Niere ist häufig betroffen.
COVID-19 kann zudem zu überschießenden Immun-
reaktionen führen, die neben dem Virus auch den
eigenen Körper angreifen. Diese Symptome machen 
die Behandlung von COVID-19 zu einer Heraus-
forderung, die auch die Sterbefallstatistik in
Deutschland beeinflusst.Im April verzeichnete das
Statistische Bundesamt 10 Prozent mehr Tote
als im langjährigen Mittel. Im November sieht
es ähnlich aus,Tendenz steigend."

»Neue noch gefährlichere Varianten dieses Virus sind durchaus möglich und könnten sogar den Impfschutz infrage stellen.

    4. Das Virus ist unberechenbar. Es liegen nur wenig Fakten bzw.

Wissenschaftskonsens vor, die gezielte Massnahmen ermöglichen. Wenn man schon nicht weiss, wie und v.a. wo die Verbreitung stattfindet, sehen die Lobbyisten die Gelegenheit, um für ihre Klientel Schonung von harten Massnahmen herauszuholen. Fehler, Willkür und Widersprüche sind nicht vermeidbar, da die Wirkungen einzelner Massnahmen nicht bekannt sind, sondern nur vermutet werden können. Es gibt keine Beweise, dass in einer bestimmten Branche die Verbreitung nicht stattfindet. Kann das ein Argument sein nichts zu tun? Das wäre verheerend, es gibt aber kaum einen Vorschlag der nicht von anderer Seite abgelehnt wird.

5. Eine zeitliche Planung der Aufhebung bestimmter

    Massnahmen ist nicht möglich, da das Virus immer

    wieder neue Überraschungen bzw. Mutationen mit

    sich bringt.

6. Sicher ist nur, dass jede Kontakt-Vermeidung die Infizierung reduziert, sie ist aber unbeliebt, weil sie eine Einschränkung der Freiheit bedeutet und Kosten für die Wirtschaft zur Folge hat.

    7. Die Kosten für den Staat, die Wirtschaft und die betroffenen Menschen sind

hoch, wenn wirksame Massnahmen wie Teil-Lockdown verfügt werden müssen. Ohne Lockdown wären die Kosten aber wahrscheinlich noch höher.

"QAnon"-Fans mit Klapperschlangen-Flaggen ("Gadsen Flags") auf der "Querdenken"-Demonstration am 29.08.2020 in Berlin. (Quelle: Belltower.News/SL)
"QAnon"-Fans mit Klapperschlangen-Flaggen ("Gadsen Flags") auf der "Querdenken"-Demonstration am 29.08.2020 in Berlin. (Quelle: Belltower.News/SL)

    8. Die freiheitliche Demokratie, der

Föderalismus und der Datenschutz sind für

Lösungen nicht hilfreich.

    9. Dass man unter den

hunderttausenden Ärzten immer einige findet, die aus

welchen Gründen auch immer Irrtümer und Unsinn verbreiten ist naheliegend, es sind auch nur Menschen mit persönlichen Problemen.

  10. Durch das gewinnorientierte privatisierte Gesundheitswesen mit den

Fallpauschalen waren wir schlecht vorbereitet. Wie wir in der Schweiz gesehen haben, sind dadurch nicht einmal die Krankenkassen-Prämien weniger gewachsen. Es wurde am falschen Ort gespart, dafür haben sinnlose gewinnbringende Operationen, die Kosten getrieben. Auch die Pandemie-Vorbereitungen waren mehr als ungenügend, obwohl schon seit 6 Jahren vor einer Pandemie gewarnt wurde. (Bill Gates)