Adventskalender 2020

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Die provenzalische Santos-Krippe

Viele der rund dreihundert Santos-Figuren (aus meiner Sammlung) erzählen im diesjährigen Adventskalender die provenzalische Krippen-Version. Eigenwillig, bunt, eingebettet in eine Folklore, die es so in der Provence kaum mehr gibt und eigentlich nur noch in der Krippentradition lebt.

01. Dezember 2020

 

Fenster 1

 

Maria enceinte und Josef

 

Gleich im ersten der vierundzwanzig Fenster treten Maria und Josef auf. Maria, die «ewige Jungfrau» ist «enceinte», hochschwanger. Josef werden wir durch die weihnächtliche Reise nur noch selten begegnen. Spätestens bei der erfolglosen Herbergssuche. Vorerst verlassen wird die Heilige Familie und begegnen morgen...

 

Maria und Josef

 

Sie stehen auch in der Welt der Santons im Mittelpunkt. Ohne Sie gäbe es Weihnachten nicht. Aber halt: was wissen wir überhaupt von den beiden. Von Maria, der Mutter Jesus, wissen wir, aus frühster christlicher Überlieferung (und Überzeugung), dass sie immer Jungfrau war und "ohne irgendeinen Schaden für ihre Jungfräulichkeit, selbst nach Christi Geburt unberührt blieb." (Laterankonzil 649). Was braucht es da noch einen Josef, einen Vater, der nach frühchristlicher Auslegung «von Gott „hinzugefügt“ und zum gesetzlichen Vater von Jesus gemacht wurde.»

So ganz in die heutige Zeit passen solche Geschichten nicht mehr. Sie wurden auch  immer und immer wieder anders gedeutet, anders ausgelegt, anders übermittelt. Es ist sehr wenig, was nur in zwei - der vier - Evangelien (bei Lukas und Matthäus) über die Geburt Christi steht. Bei Lukas erscheint der Engel den Hirten auf dem Felde. Er sagt, dass "euch ist heute der Heiland geboren ist, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens." (Lutherbibel; Lukas 2,10-14)

Wahrlich ein Stoff, aus dem sich die schönsten Geschichten bauen lassen. Die Geschichte der Santons (der kleinen Heiligen) ist nur eine von vielen Geschichten, die überall wo das Christentum Fuss gefasst hat, in den Volksglauben und vor allem in die Tradition eingegangen sind.

"Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird,  denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen."

noch fast so leben und arbeiten wie die Hirten in der Santons-Tradition. "Sie versorgen sich selber, bauen eigenes Gemüse an, ihr eigenes Getreide, backen Brot. Kräuter werden verarbeitet, Wollstoffe werden gewebt und bedruckt und auf dem Markt verkauft. Die Schafe gibt es in in weiss und braun. Sie sind sehr zierlich und zahm. Die Böcke tragen beeindruckende Hörner. Gegen Wölfe schützten grosse weisse Pyrenäenber-hunde."

Berühmt ist die provenzalische Weihnachtsfeier in Les Baux-de-Provence, wo sich Hirten, Arlésiennes, Mireilles (junge Frauen) und Baussencs (Bewohner von Les Baux) in traditionellen Kostümen in einer uralten Zeremonie (Pastrage) treffen und wo der „Bayle“, (oberster Hirte) dem Jesuskind das letztgeborene Lamm seiner Schafherde schenkt. Ein Abbild, ein Hauch dieser Tradition hat sich seit der Französischen Revolution (Ursprung der Santos-Tradition) über ganz Südfrankreich verbreitet. Heute sind es vor allem Kooperative, die

"Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

 

Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlge-fallen. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat."

Die Hirten waren die ersten, sagt Lukas, welche die Verheissung Jesu  gehört haben und aufgebrochen sind, den Herrn zu suchen. Das könnte überall gewesen sein, in Palästina genauso gut wie in der Provence. Hirten waren auf der Suche nach Weideplätzen mit ihren Herden ständig unterwegs. "Es ist eine harte Existenz mit eigenen Regeln und Gesetzen."

Auch wenn dies heute nicht mehr so ist, hat der Mythos "Berger" (Hirte) überlebt und ist heute ein fester Bestandteil der überlieferten Folklore.

 Hirten

 

"Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr." (Lutherbibel Lukas 2.8-16)