15. Dezember 2020

 

Fenster 15

 

Altes Handwerk

 

Santons verkörpern die Provence von einst im Kleinformat. Das Handwerk war noch gut vertreten, überall - in jedem Dorf, auch auf dem Land. Wir finden Berufe, die heute weitgehend ausgestorben sind. Die Marktfahrer, "Marchand sforains", gibt es noch, vor allem auf grossen Märkten. Doch sie kommen nicht mehr zu Fuss mit ihren mit Töpfen, und Schirmen und Haushaltwaren. Der "Vitrier", der Glaser hingegen ist verschwunden. Auch der "Vannier", der Korbflechter ist kaum mehr anzutreffen. Der Maeéchal-ferrant, der Hufschmied, hingegen hat noch zu tun, besonders dort wo das Reiten die Touristen anlockt. Während "La Fleuse", die Spinnerin, bestenfalls noch als Kunsthandwerkerin ans Spinnrad sitzt.

Heute ist provenzalisches Handwerk fast ausschliesslich Kunsthandwerk, das in einer ganzen Reihe dafür bekannte Dörfer viele Touristen anlocken kann. Als Hüter eines provenzalischen Wissens widmen sich Handwerker und Künstler immer wieder neuen Kreationen  unter Benutzung  ganz verschieden Materialien: Holz, Stoffe, Ton …

Maison des métiers d'art de Pézenas
Maison des métiers d'art de Pézenas

Vieles was früher die Handwerker machten, ist inzwischen das Wissen und Können der "Artisans", des Kunst-handwerks. Die Produkte werden in Boutiquen verkauft, zum Teil zu recht hohen Preisen. So hat das traditionelle Handwer - in einer neuen Form - doch noch überlebt. Altes Handwerk, wie es eben früher in Handarbeit gemacht wurde, ist auf den Antiquitätenmärkten zu finden, sicher aber im prachtvollen Antiquitäten-dorf  l’Isle-sur-la-Sorgue. 


Provenzalisches Dorfleben...   (Fotocommunity)
Provenzalisches Dorfleben... (Fotocommunity)