16. Dezember 2020

 

Fenster 16

 

Les rois Mages (Dreikönige)

 

"Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem. Und liess versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: "Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Juda's; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein HERR sei."

(Lutherbibel Matthäus 2, 1-6)

Die Bibel sagt nicht viel über die drei Weisen und doch kennt man sie als die Dreikönige. Jeder hat auch einen Namen. Als Könige oder Weise aus dem "Morgenland" sind sie zur Krippe gekommen, um Jesus zu finden. Woher stammen aber diese Angaben? Aus den „Evangelien der Kindheit“,  Texte, die nicht  kanonisch sind, und doch stark verbunden mit der christlichen Mythologie. In diesen Schriften sind es die "Weisen aus dem Osten" (Mt 2,1). Ihre Namen Gaspard, Melchior und Balthazar erscheinen zum ersten Mal in einem Manuskript aus dem 6. Jahrhundert. (Quelle: wikipedia)

Gaspard
Es ist der König, der aus Asien kommt und wird deshalb in der Provence auch maurischer König genannt. Er bringt Weihrauch, ein Harz, das einen duftenden Rauch erzeugt. Es ist bis heute ein Symbol "für Reinigung, Verehrung und Gebet." Weihrauch hatte eine grosse Bedeutung als Opfermittel im römischen Kaiserkult. Aus diesem Grund lehnte das Frühchristentum den Weihrauch ab, bis unter Kaiser Konstantin das Christentum Staatsreligion wurde. Da bekam auch der Weihrauch eine Bedeutung für die Christen. Das Fest "Erscheinung des Herrn" (Epiphanie, Dreikönigstag) wird aber erst am 6. Januar gefeiert. Die drei Weisen sind also zur Zeit der Geburt Christi noch unterwegs.

Melchior

Melchior ist ein hebräischer Name und steht für "König des Lichts". Er wird in der Regel kniend dargestellt, hat die Züge eines alten Mannes mit weissem Haar. Er hält einen Schrein mit Gold und den Händen. Das Gold symbolisiert den Reichtum des Westens und wird als kostbarstes Gut angesehen, das einem König, dem Sohn Gottes, würdig ist.

Um das weitere Leben der drei Männer, die in ihrem Erscheinungsbild in der Regel als recht wohlhabend dargestellt werden, ranken sich viele Legenden. Eine davon besagt, dass jeder von ihnen durch Apostel Thomas zum Bischof ernannt wurde und später als Missionar  gewirkte.

Balthazar
Er ist der schwarze König, der den afrikanischen Kontinent symbolisiert und Myrrhe bringt, um dies dem Messias zu spenden. Myrrhe wird aus dem Harz des Myrrhestrauches gewonnen und ist vor 2000 Jahren zur Einbalsamierung der Toten verwendet worden. Die Myrrhe deutet das Leid an, das Jesus als Erwachsene erwarten wird. Balthazar ist - nach Überlieferung - der jüngste der drei "Weisen aus dem Morgenland." Er symbolisiert daher auch die Jugend.

Nach mosaischem Gesetz war die Myrrhe auch Hauptbestandteil eines heiligen Salböls (Exodus 30, 22–33). In der Heiliigen. Schrift wird sie mehrfach erwähnt.

Die drei Weisen wurden von einer Karawane begleitet, die aus Kamelen und vielen Dienern besteht. Sie kamen am 6. Januar, dem Dreikönigstag, bei der Krippe an.


Für die Santonniers sind die Namen der Dreikönige oft auch austauschbar. So wird "Balthazar auch als weisser König dargestellt, weil die Fürsten, die im Mittelalter die Provence mit ihren Pachtverträgen kontrollierten, behaupteten, vom Magierkönig Balthazar abzustammen. Diese Fürsten nahmen für ihre Wappen einen sechzehnzackigen silbernen Stern, um an den zu erinnern, der nach dem Evangelium die drei Weisen nach Bethlehem führte." (Text: Martouf le synthésien)