Hirten

 

"Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr." (Lutherbibel Lukas 2.8-16)

"Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird,  denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen."

"Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

 

Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlge-fallen. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat."

Die Hirten waren die ersten, sagt Lukas, welche die Verheissung Jesu  gehört haben und aufgebrochen sind, den Herrn zu suchen. Das könnte überall gewesen sein, in Palästina genauso gut wie in der Provence. Hirten waren auf der Suche nach Weideplätzen mit ihren Herden ständig unterwegs. "Es ist eine harte Existenz mit eigenen Regeln und Gesetzen."

Auch wenn dies heute nicht mehr so ist, hat der Mythos "Berger" (Hirte) überlebt und ist heute ein fester Bestandteil der überlieferten Folklore.

Berühmt ist die provenzalische Weihnachtsfeier in Les Baux-de-Provence, wo sich Hirten, Arlésiennes, Mireilles (junge Frauen) und Baussencs (Bewohner von Les Baux) in traditionellen Kostümen in einer uralten Zeremonie (Pastrage) treffen und wo der „Bayle“, (oberster Hirte) dem Jesuskind das letztgeborene Lamm seiner Schafherde schenkt. Ein Abbild, ein Hauch dieser Tradition hat sich seit der Französischen Revolution (Ursprung der Santos-Tradition) über ganz Südfrankreich verbreitet. Heute sind es vor allem Kooperative, die

noch fast so leben und arbeiten wie die Hirten in der Santons-Tradition. "Sie versorgen sich selber, bauen eigenes Gemüse an, ihr eigenes Getreide, backen Brot. Kräuter werden verarbeitet, Wollstoffe werden gewebt und bedruckt und auf dem Markt verkauft. Die Schafe gibt es in in weiss und braun. Sie sind sehr zierlich und zahm. Die Böcke tragen beeindruckende Hörner. Gegen Wölfe schützten grosse weisse Pyrenäenber-hunde."