21. Dezember 2020

 

Fenster 21

 

Imker  (Landwirtschaft)

 

Nicht nur Lavendelfelder, auch die Blumen, welche sich nach der Sonne drehen (les tournesols), gehören zum vertrauten Landschaftsbild der blühenden Provence. Eine Farbenpracht, aber auch eine Heimat für Gärtner und Imker. Auch die Santons sind da unterwegs, mitten in der Natur. Berühmt sind nicht nur die Sonnenblumen von van Gogh, berühmt ist auch der Honig aus der Provence: leuchtend gelb, wie die Sonnenblume selber, aromatisch wie der Duft, der da, vom Wind getragen, durch die Felder zieht.

Die Imker ziehen meist mit ihren Völkern von Ort zu Ort, jährlich Tausende von Kilometern abseits der grossen Strassen, oft auf beschwerlichen Wegen. Dies meist nachts, wenn die Bienen in ihre Bienenstöcke zurückgekehrt sind (dies sind die sog. Bienenwanderungen, die "transhumances").

Akazienhonig, Baumheidehonig, Edelkastanienhonig, Erdbeerbaumhonig, Lavendelhonig, Macchiahonig, Pinienhonig, Thymianhonig… Die Bienen in der Provence haben nur sehr kurze Winterruhe. Die Provence ist der Honiglieferant Frankreichs. Hier werden jährlich mehr als 

zweitausend Tonnen Honig von gut viertausend Winzern geerntet.Der Imker gehört also zur Provence. Die Berufswinzer (es sind etwa 300) arbeiten meist schon in der x-ten Generationen mit Bienen. 

Auf jedem provenzalischen Markt finden wir die Produkte der Bienen: Honig, Pollen, Wachs, Gelée Royale, ab und zu sogar Propolis (Kittharz) und Bienengift. Der Imker und sein Berufsstand gehören also in jede Santonskrippe.



(Foto: Patin, Pate - Bienen Appartement)
(Foto: Patin, Pate - Bienen Appartement)