03. Dezember 2020

 

Fenster 3

 

Der Markt

 

Man nennt sie zwar "kleine Heilige" (Santons), doch sie haben in der Santonskrippe nichts mit der Geburt Christi zu tun. Sie bevölkern die Provence wo auch die Krippe steht. Meist sind es Menschen in festlicher Tracht, beschäftigt in ihren Berufn, in ihrem Alltag, beim Spielen, beim Feiern...

Am dritten Tag sind wir auf dem Markt. Fröhlich, bunt, Eldorado für Feinschmecker, eine Fundgrube für die mediterrane Küche.

Viele Dörfer haben ihre eigenen Märkte mit besonderen Spezialitäten und Handwerks-arbeiten. Auch, wenn es heute nicht mehr so gepflegt und bunt einhergeht, wie in früheren Zeiten, wo auf Märkten fast nur die Tracht getragen wird, so gibt die Szene doch die Stimmung wieder, die auf vielen traditionellen Märkten noch heute zu finden ist.

Bauern, Winzer, Schäfer, Fischer, Gewürze- und Kräuterhändler, Töpfer, Weber, Sticke... Sie stellen einmal in der Woche ihre Stände auf. Eine Vielfalt von Gerüchen, ein Durcheinander von Anpreisungen, ein buntes Bild provenzalischer Pracht. Die traditionelle provenzalische Küche wäre ohne Frischprodukte vom Markt undenkbar und ohne die Kräuter aus der Heimat des Lavendels. Da gibt es aber auch Seifen, Parfüms, Kosmetika, Duftkerzen, Kräuterkissen… und erst recht den Knoblauch, die „göttliche Knolle“. Allein in den Dörfern und Gemeinden um Lautrec (Tarn) sind es 300 Produzenten, die jährlich 4000 Tonnen Knoblauch anbieten. Verkauft wird auf den Märkten wirklich alles, was die Region anzubieten hat: Obst und Gemüse, Ziegenkäse, Honig, Oliven, Marmelade…

Aber auch alles, was der Mensch so im Alltag braucht, vom Besteck über die Kleidung bis zu den bunt dekorierten Baumwollstoffe, Schalen, Schüsseln…. Myrtilles, Poivre Vert, Herbes Provence, Cumin, Melange Poisson, Ciboulette…
Nicht zu übersehen die Blumen.Typisch für die Gegend sind Lilien, Rosen und Sonnenblumen. Ja, den provenzalischen Markt kann man nicht beschreiben, man muss ihn erleben…


Und zum Schluss ein Tipp: Der Markt in Apt ist der „lebendigste“ und älteste Südfrankreichs. Er ist wirklich gross und schlängelt sich durch die vielen Gassen der Innenstadt. Kräuter, Nougat, kandierte Früchte, Tapenaden, Würste, Käse, Obst & Gemüse und nicht zu vergessen die Melonen aus Cavaillon…