Roger Schawinski im Gespräch mit Andri Silberschmidt

14. Dezember 2017

 

Gesehen:

 

Roger Schawinski im Gespräch
mit Andri Silberschmidt   
Am 11. Dezember .2017 um 22:55 Uhr 
auf SRF

Man mag den Interview-Stil von "Altmeister" Roger mögen, oder auch nicht, man mag seine Art, Fragen zu stellen als provokativ oder anmassend empfinden, man mag eher dem Gespräch zugeneigt sein, als dem harten Interview... Eines muss man festhalten, Schawinski ist ein kritischer Journalist, der fragt und hinterfragt, der sich nicht mit Floskeln, Ausweichstrategien, Wischi-Waschi zufrieden gibt. Ihm - dem damals noch jungen Journalisten - haben wir die wohl erfolgreichste Sendung des Schweizer Fernsehens zu verdanken, den Kassensturz. 

Die Sendung mit dem Gast Andri Silberschmid leistete das, was eine gute journalistische Sendung leisten kann und an Information, Differenzierung und Begegnung bringt. Ob man die Meinung des Gastes teilt oder nicht, ist für die Beurteilung der Sendung ohne Belang. Nicht die Sendung selber bringt in diesem Fall die entscheidende Information. Es ist vielmehr die "Nachbearbeitung" durch den Befragten in den Social Media. Es ist geradezu ein Lehrstück, wie guter Journalismus sein muss und wie Journalismus nicht sein darf.

 

Die Sendung dauerte 27 Minuten und wurde auf

SF (Schwweizer Fernsehen) am 

                                                        Montag, 11. Dezember 2017, 22:55 Uhr, SRF 1

Insgesamt gibt es auf den verschiedenen Kanälen von SRF 12 Widerholungen.
Die Sendung ist auch auf Podcast abrufbar.

Hier das Original der Sendung

Die journalistische Leistung, der technische Aufwand, die Verbreitung, die Archivierung etc. - und nicht zuletzt die streng überwachte Einhaltung der Richtlinien eines öffentlich-rechtlichen Fernsehens hat das Schweizer Fernsehen übernommen. Ermöglicht und mitfinanziert durch die Konzessionsgebühren (Bilag). Genau durch jene Gebühren, die der stramme 23-Jährige so gerne abschaffen möchte.

Hier beginnt bereits eine schamlose Doppelbödigkeit, die Doppelmoral. Da kann Andri Silberschmidt noch so viel in den Social Media twittern und zwitschern, eine vergleichbare Öffentlichkeit (und Aufmerksamkeit) wie bei"abschaffbaren" Sendung der SRG erreicht er nie.

Hier der Link zu seinem Facebook-Account. Da sind auch die rund 500 Gesinnungsgenossen, die seine Beiträge abonniert haben - bei Facebook Freunde genannt - ein Klaks dagegen. "Freunde" - wenn auch nur "Gesinnungsfreunde" - bleiben unter sich. Doch die Demonstration von Öffentlichkeitsarbeit geht weiter. Auf seinem Account veröffentlicht er einen Zusammenschnitt der Sendung:rund 11 Minuten, in der Länge gerade noch Social Media like - kurzfutterorientiert.

Eine Dienstleistung. Wer will sich schon mit einer halben Stund journalistischer, personenbezogener Information und einer  längeren Begegnung auseinandersetzen? Es genügt, wenn man sieht, wie es sich "schlägt".
Da wird das Informations-Verständnis ad absurdum geführt. Eine bereinigte, gesteuerte Version soll genügen. Hier abzurufen!
Eine eigene (lies: gekürzte) Version zu erstellen, ist durchaus sein gutes Recht, zumal er diese auf seiner eigenen Facebook-Seite veröffentlicht. Doch irgendwie mutet es "seltsam" an, wenn man ein journalistisches Produkt (das adere erstellt und veröffentlicht haben) zur Eigenwerbung und eigenen  Profilierung verwenden und zwar so zurechtgestutzt, dass der Glanz auch wirklich leuchtet. (Fairerweise muss angefügt werden, dass er auch den Link zum fast 30minütigen Original geliefert hat).

Neugierig wie ich bin, habe ich Original und Zusammenschnitt miteinander vergllchen und darauf geachtet, was dann gekürzt, das heisst weggeschnitten worden ist. Der in Zusammenhang mit professionellem Journalismus, Information, Kommunikation wohl interessanteste - ich denke entlarvendste - Teil, beschäftigt sich mit der No-BillagInitiative, mit der politischen Auseinandersetzung um die "Zwangsgebühren" oder um die Abschaffung der SRG.

Da wird die Doppelzüngigkeit (gerne würde ich sagen: Naivität) sogar unerträglich. In dieser Frage verrät Silberschmidt seine Unwissenheit, sein Fehlen an Sachkenntnissen, er überschlägt sich in der Anhäufung von Leerformeln und weicht jeder verantwortungsvollen politischen und gesellschaftlichen Diskussion aus. 

Hier stellt sich ernsthaft und anschaulich die Frage: Welche Art von Journalismus wollen wir? Wollen wir den Pseudojournalismus der Pfrasendrescher, der Kurzformler, der Manipulanten, der gelenkten Information, der von der Werbung und/oder irgend einer Ideologie gelenkten Werbetrommel?

Wollen wir eine Auseinandersetzung mit der Realität - mit unserer Welt - unseren Problemen, die sich so abspielt, wie die "Diskussion" auf der Facebook-Seite, auf der Andri Silberschmdt "seine" Vorstellung von Journalismus und Kommunikation am praktischen Beispiel gezeigt hat?. Inzwischen sind es immerhin an die 40 Wortmeldungen, alle vom Typus "Well done Silbi", "ganz stark", "Guet gmetzget, Andri"...." Von ernsthafter inhaltlicher Auseinandersetzung (mit ganz wenigen Ausnahmen) keine Spur.

Claqueur-Kommunikation nenne ich dies! Claqueur-Journalismus!

 

Dies aber hat mit Journalismus nichts zu tun, auch nicht mit einfachster Information. Die Adresse für die geistige "Bezahlung" wird gleich am Ende des Beitrags angehängt: Zitat "Mitglied werden:" Angefügt der Link zur Parteigruppe der Jungfreisinnigen.