Zeitdokumente: Unbequeme Zeitgenossen (1962)


Hans Bösch war Tiefbautechniker und arbeitete am Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung der ETH Zürich auf dem Gebiet der Verkehrs-Planung. Er veröffentlichte Romane, Satiren und Essays. Mit der Roman-Tetralogie "Der Sog, Der Bann, Der Kreis und Schweben" schuf er ein Werk, das durch die Lebensgeschichten der Figuren unser Jahrhundert widerspiegelt. (Quelle: wikipedia)

Alle drei Schriftsteller wurden in Form von Interviews vorgestellt. Autor der Serie war Kunstkritiker Fritz Billeter, der viele Jahre Kurlturredaktor beim Tages-Anzeiger war.  Ueber die Zeit, aus welcher dieses Zeitdokument stammt, sage Billeter: "Die Leute waren damals viel weniger informiert als heute. Ich erinnere mich, es gab damals eine Nonkonformisten-Zeitung, neben der Weltwoche eine kleinere, die Zürcher Woche, und die damalige Redaktorin für Kultur, die suchte verzweifelt jemand, der Bescheid wusste über Jackson Pollock. Fand einfach niemand und hat dann mich gefunden, und ich wusste Bescheid.".

Wie Hans Bösch hatte Kurt Marti einen "bürgerlichen" Beruf: Er war Theologe, 

22 Jahre lang Pfarrer an der Nydeggkirche in Bern. Er engagierte sich im Kampf gegen Atomwaffen, Atomkraftwerke, die US-Intervention in Vietnam und war Mitbegründer der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern sowie der 2002 aufgelösten dissidenten Autorengruppe Olten.  Am meisten theologisch inspiriert hatte ihn nach Karl Barth auch Dorothee Sölle, die er seit den 1960er Jahren kannte. (Quelle: wikipedia)

Als Fazit der sechs Interview (es gibt noch drei weitere) schrieb Fritz Billeter damals: "Das literarische Leben unseres Landes blüht nicht gerade; doch die Schuld daran dürfte kaum bei unseren Autoren liegen. Wir machen vielmehr die Erfahrung, dass die Qualitätsspitze unsere Literatur breiter und tiefer geworden ist. Vor zehn Jahren hätte man auf die Frage, welches denn die bedeutendsten schweizerischen Autore der Gegenwart seine, mit zwei Namen Frisch und Dürrnmatt eine zureichende Antwort gegeben," Die Frage drängt sich auf: Wie ist die Situation heute?