Aufgeschnappt: Karl May 3

01. August 2020

 

Aufgeschnappt in "Süddeutsche Zeitung"
vom 30. Juli 2020 - Autor: Harald Eggebrecht

 

Neuerscheinung:
Karl May

            
                         Briefwechsel mit seinen "Kindern"

Karl May und seine Fans:
Willkommen und Abwehr

von Harald Eggebrecht

"Will man die Wirkung Karl Mays auf seine Leser zu Lebzeiten und auch später beschreiben, muss man zwangläufig von Fan-Kultur sprechen. Davon geben unter anderem die zahllosen Briefe eindrucksvoll Bescheid, die an den sächsischen Phantasten gerichtet wurden mit Autogrammwünschen und der Hoffnung auf Antwort. Umgekehrt führte May neben dem Briefwechsel auch ein Album mit Fotos seiner Leser und ein Gästebuch in seiner "Villa Shatterhand" in Radebeul. All das geprägt vom Hunger nach Anerkennung, Wertschätzung, ja, Liebe seiner Verehrer und Anhängerinnen".

Nur selten wird eine Neuerscheinung des Karl-May-Verlags im Kulturteil einer bedeutenden Tageszeitung besprochen. Der neue grüne Band in der Ausgabe "Gesammelter Werke von Karl May" (Band 95) hat es in den Feuilleton-Teil der "Süddeutschen geschafft2. Zu Recht, meine ich, dokumentiert er doch "den Briefwechsel mit seinen "Kindern", so hat er sie selbst genannt, mit allen Qualitäten einer wissenschaftlich betreuten Ausgabe.Weiterlesen hier

06. Juli 2020

 

Wortkosmetik statt Verantwortung

oder

So lenkt man von Problemen ab

 

Nicht Winnetou, Sioux oder Mohrenköpfe sind das wahre Problem im heute dokumentierten Rassismus. Es sind die Wahlplakate der SVP, welche die Menschen in Gute und Böse, in weisse und schwarze (Schafe) teilt, eine "gut schweizerische" Partei, die Hass säht gegen alles was "fremd" ist. Es sind die Konzerne, die noch immer Menschen ausbeuten, als Sklaven behandeln und damit Gewinne erzielen.  Es ist die SVP, der eine CO2 Abgabe zu teurer ist. Es sind Konzerne,

welche jeden Schmutz dorthin exportieren, wo sich die Menschen nicht wehren können. Das ist unser schweizerischer Rassismus. nicht der Name von Süsspesen, Glacestengeln oder Milch. Dabei hätten gerade jetzt, wo wichtige Abstimmungen vor der Tür stehen, die sich mit den wirklichen Hintergründen des Rassismus befassen - Rassismus à la Helvetia - Verantwortung zu zeigen. Doch da kneifen sie - und zwar gründlich. Der "gut schweizerische" Wahlkampf steht bevor und die ersten Slogans und Argumente verraten mehr Rassismus als all die Wörter, die aus einem angeblich überholten Bewusstsein ausgemerzt werden. Das Bewusstsein zu ändern ist viel teurer, viel mühsamer, viel verantwortungsvoller als die (lächerliche) Wortkosmetik. Man ändert eben viel lieber Namen und Begriffe, als die Moral.

Ganzer Artikel lesen in Luzerner Zeitung