Weinbörse (Auktionen von René Gabriel und Max Gerstl)

05. Mai 2018

 

Auktion der Weinbörse

Samstag, 05. Mai 2018 

 

Im Grand Resort Bad Ragaz

 

Kurzanalyse

Die Auktion zeigte - wie in den anderen grossen Frühlingsauktionen - in etwa das gleiche Bild.:

  • Unverändert hohe Preise bei den Spitzenweinen aus Bordeaux und Burgund
  • Eher Zurüchaltung bei den sogenannt "kleinen Weinen" aus Bordeaux und noch viel ausgeprägter bei Weinen aus anderen Weingebieten.
  • Eine Sensation, die nur wenig wahrgenommen wurde - waren zwei Lots von grossen Sammlungen (mit entsprechenden Preisen). Eine Lafit-Rothschild-Sammlung mit 57 Flaschen der Jahrgänge 1945 - 2006 (Bild rechts) zum -Ausrufspreis (Mindestpreis) von 70'000 CHF und eine Latour-Sammlung mit 81 Flaschen der Jahrgänge 1875-2008 zum Ausrufspreis von 127'000 CHF. 
  • Beide Lots gingen nicht weg. 

           Irgendwie verständlich. Die Käuferschaft für solche Spitzenangebote bewegen sich
           eher auf internationalen Auktionshäuser wie Christie's oder Southeby's. (Die biten 
           bieten aber nicht ausschliesslich Weine, sondern auch Schmuck, Kunst etc. an)

  • René Gabriel - der jetzt allen durch die Auktion führt - scheint so etwas wie ein Garant für Qualität zu sein. (Natürlich ist es in der Regel nicht Gabriel, der die Weine der Einlieferer entgegennimmt, bewertet und prüft, sondern der Experte im Team Carlo Haueter.
  • Immer öfters taucht jetzt auch der Jahrgang 2000 (Jahrtausenfwende) bei den teuren Weinen auf (besonders 

natürlich bei den Bordeaux, die für lange Haltbarkeit bekannt sind). Diese Weine haben eine Wertsteigerung von 100 und mehr % Prozent. Während die kleineren Weine des Jahrgangs kaum höhere Preise als bein Einkauf erzielen.

  • Es tauchen immer öfters "alte Jahrgänge" in der Auktion auf, vor allem der Jahrgänge der 60er- bis 80er-Jahre. Sie haben es eher schwer zu bestehen, offensichtlich weil das Risiko für Händler zu gross ist und die Weinliebhaber, welche gerne "alte Weine" trinken immer seltener werden.
  • Weinregionen ausserhalb von Bordeaux, Burgund (und noch Toskana) sind in der Regel keine rentablen Auktionsweine. Spitzenweine aus vielen Gegenden (zum Beispiel Deutschland oder Österreich gehen gehen meist unter dem Marktpreis weg.
  • Interessant ist auch, dass die Kleinflaschen (3/8). die sonst gerne von Wirten erstanden werden (Schöppli-Weine), deutlich schlechter weggingen, als die Normalflaschen (75 cl.) der gleichen Jahrgänge.
  • Was deutlich zugenommen hat, das sind die Händler, die wohl früher vor allem beim "alten" Auktionshaus von Wermuth (vor dem Besitzerwechsel) eingekauft haben.

12. November 2017

 

Weinbörse

 

Die zwete grosse Herbstauktion ist vorbei. Die "Nachauktion" ist abgeschlossen. Am 12. November ab 19.00 Uhr werden die Ergebnisse veröffentlicht.

Für einmal war ich nicht im Saal.

Rund 150 Lots von insgesamt 1267 hatten nach Abschluss der Saalauktion noch keinen Zuschlag. Das sind knapp 12 Prozent des Angebots. Diese einfache Bilanz zeigt, dass die Nachfrage nach Auktionsweinen noch immer gross ist. Sie kann aber auch ein Indiz sein, dass die Schätzungen (Ausrufpreise) der Marktsituation entspricht.

Die zurückgebliebenen Lots gingen in die „Nachauktion“, bei der sie zum fixen Ausrufpreis (unterer Schätzungswert) erstanden werden können. Die Nachauktion schliesst bereits um Mitternacht des Folgetages der Saalauktion.

Bereits lassen sich aber ein paar Rückschlüsse ziehen. Interessant ist zum Beispiel, dass ein Marsala aus dem Jahr 1880 für 250 Franken noch keinen Absatz gefnden hat. Eigentlich erstaunlich, wenn man sieht, wie die „grossen“ Bordeaux – in der Subskription – rasch einmal 500 und mehr Franken kosten. Der Weinhandel hat eben seine eigenen Gesetze!. Weiterlesen hier

Resultate der Auktion vom 12, November 2017

Hier der "Fahrplan" aller grossen Wein-Herbstauktionen in Zürich.

12. November 2017

 

Weinauktion
Weinbörse

 

Nachlese Auktion 97/2
11. November 2017

 

Interessant ist natürlich ein Blick in die Liste der Nachauktion, auch wenn dabei auch einiges dem Zufall zuzuschreiben ist. Sie zeigt doch, was gefragt und was weniger gefragt ist.

Auch wenn die Liste der angebotenen Burgunder (rot und weiss) relativ klein war (gut 100 Lots), so sind sie doch praktisch alle weg (bis auf 2 Lots). Ähnlich ist die Nachfrage nach Bordeaux. Von rund 880 Lots blieben vorerst 40 zurück, was weniger als fünf Prozent ausmacht, 95 Prozent wurden also abgesetzt. Interessant ist auch ein Blick in die Liste der nichtabgesetzten Weine. Da sind vor allem „kleinere“ Weine, ohne klingenden Namen meist aus weniger guten Jahren, aber auch hochkarätige Weine, mit schlechter Etikette (Bunkerlagerung). Diese gehen nicht mehr in den Handel (vor allem mit dem fernen Osten) und die Gastronomie. Sie werden vor allem von Weinliebhabern gekauft, sind aber (trotz Preisreduktion) doch überteuert.

Interessant ist eine Flasche Cos d’Estournel aus dem Jahr 1895 (sie wurde allerdings auf dem Château vor ca. 25 Jahren  rekonditioniert und mit neuer Kapsel und Etikett versehen). Sie fand für 1500 Franken keinen Abnehmer.

 

Alle anderen franzöischen Weingebiete (zum Beispiel Rhosne, Languedoc, Loire) waren mit 80 Lots schlecht vertreten, es gingen trotzdem etwa 15 Prozent zurück. Bei Italien, mit rund 65 Lots, war der Rücklauf mit etwas mehr als 20 Prozent noch etwas höher.

Deutschland in der Weinbörse mit knapp 200 Lots überdurchschnittlich gut (Gerstl hat sich nach Bordeaux auf Deutschland spezialisiert) vertreten, hat mit nur 13.5 Prozent unverkaufter Lots auch überdurchschnittlich gut abgeschnitten.

Es scheint, dass Deutschland als Weinland, auch in der Schweiz angekommen ist.

 

Von den rund 110 Lots aus verschiedenen Ländern (von der Schweiz bis Australien) blieben gut 20 Prozent (darunter viele sogenannte Mischlots) zurück.

Einmal mehr zeigt sich: der Auktionshandel konzentriert sich auf Bordeaux, zumindest bei der Weinbörse (und fast allen andern Auktionshäusern). Eine Ausnahme ist einzig Steinfels, das ihre Herbstauktion in zwei Wochen durchführen wird.

10. Mai 2017

 

Weinauktion
Weinbörse

 

Nachlese Auktion 96 
                                  06. Mai 2017

 

Einmalige Angebote - wie ganze Sammlungen - haben immer eine grosse Attraktivität, auch wenn nur ein ganz kleiner Kreis (der offiziell meist nicht im Saal vertreten ist, sondern schriftlich geboten hat) als Bieter und Käufer in Frage kommt. 

Bei dieser Auktion war dieses Highlight sicher die Mouton-Rotschild-Sammlung von 71. Flaschen der Jahrgänge 1945-2013. Angeboten wurde dieses Lot (Mindespreis) für 30'370 CHF (exklusiv Kommission, Mehrwertsteuer und Lotgebühr - rund 20%). Verkauft wurde die Sammlung für 50'000 CHF. Ein gutes Geschäft, sowohl für den Sammler (Einlieferer), als auch für das Auktionshaus.

 

Solche spektakulären Transaktionen zeigen aber eher Showcharakter, als dass sie Masstab für eine Preis-entwicklung sind.
Es war mit gut 1'500 Lots wohl die grösste Auktion, welche die "Weinbörse" in den letzten Jahren durchgeführt hat. Jede der vier Schweizer Auktionshäuser hat ihren eigenen Charakter und auch (weitgehend) ihre eigene Kundschaft. Die Weinbörse war traditionell das Auktionshaus für private Weinliebhaber und Sammler. Die Weine blieben weitgehend in der Scvhweiz und der Auktionstag war schon fast ein Familientreffen der Weinenthusiasten. Dies hat sich geändert, weit René Gabriel (Schweizer-Bordeaux-Papst) in die Firma eingestiegen ist und seit die international dominierende "Wermuth-Auktion" durch Besitzerwechsel "zerschlagen" wurde. Die Weinbörse übernimmt immer mehr die Funktion (und die Klientel) der früheren Wermuth-Auktionen.

Die Katalog-Illustrationen deuten es an: Man ist bedeutend "exklusiver" geworden. Grosse Namen, Original-Holzkisten (OHK) und rare Abfüllungen sind markant häufiger im Angebot zu finden. 

Ein paar Punkte lassen sich deutlich festmachen:

  • Noch immer kommen Weine aus dem Bordelais am häufigsten auf die Auktion, nämlich rund zwei Drittel aller angebotenen Weine
  • Die Bugunder (rot und weiss) sind mit 189 Lots die zweitstärkste "Fraktion". Hier lassen sich ab er - bei klingenden Namen und guten Jahrgängen - hohe Preise erzielen. Zum Beispiel eine Flasche Chambertin 1990: 1'550 CHF (Ausrufpreis: 1'170 CHF)
  • Deutschland, in der Schweiz nicht sehr gesucht und erst in den letzten Jahren als Weine mit hoher Qualität angeboten, nehmen in dieser Auktion mit rund 100 Lots einen breiten Platz ein. Das liegt wohl am Weinhaus Gerstl (als Partner auch an der Auktion beteiligt), das in den letzten Jahren stark auf deutsche Weine setzte.
  • Auffallend ist, dass von den Lots mit deutschen Weinen 23 nicht verkauft wurden (auch 

               nicht in der Nachauktion), was immerhin fast 25 Prozent des Angebots
               ausmacht.

  • Vom gesamten Angebot wurden rund 95 Prozent der Lots verkauf. Was einen Rekord darstellen dürfte.
  • Auf die einst hoch gehandelten Australier wurde kaum geboten. Das heisst, sie gingen zum Ausrufpreis (unteres Limit) weg
  • Hingegen sind die Weine aus Chile offensichtlich gesucht. Zwar ein kleines Angebot (9 Lots), aber meist um den "oberen" Schätzungswert umgesetzt. 
  • Bei den Italienern - vor allem den Supertoskanern - ist der Hype ebenfalls vorbei. Einzig tadellose Flaschen (Etikett, Füllstand) und exklusive Formate (Grossformate) interessierten wirklich. Ein fast sicherer Hinweis, dass immer mehr Flaschen in den Handel im fernen Osten gehen.
  • Wenn es um Spekulation geht, wird - in den letzten Jahren - immer der Lafite Rothschild beobachtet. Dieser Wein erlebte vor gut zwei Jahren eine unglaubliche Hausse. Für eine einzige Flasche (unabhängig vom Jahrgang) fast immer mehr als 1'000 CHF geboten. Dieses "Muss ich unbedingt haben" ist vorbei. Eine Flasche des Jahrtausendweins (Jahrgang 2000), die schon in der Subskription fast 1'000 CHF kostete - heute 850 CHF geschätzt - ging für 1'130 weg. Und der unglaublich hochgelobte 2010er erreichte gerade Mal 500 Franken die Flasche. Der Weinhandel mit China, Russland etc. ist zwar nicht eingebrochen, aber doch frappant jin "normale Schranken" gewiesen. 

10. Mai 2017

 

Weinauktion
Weinbörse

 

Nachlese Auktion 96 
06. Mai 2017

 

Weinbörsen sind weit mehr als nur Einkaufsmöglichkeiten für Weinprofis, Sammler und Schnäppchenjäger. Sie sind auch Massstab für die Preis-Temperaturen im Weingeschäft.  

Wein ist nicht "nur" ein Genussmittel, er kann auch - unter bestimmten Bedingungen - ein Anlage- und Spekulationsobjekt sein. Bei Weinauktionen - es gibt in der Schweiz immerhin etwa fünf grössere Auktionshäuser - zeigt sich, was an Wein gesucht, weniger gesucht, gejagt oder auch nur liquidiert wird. Es sind die Jahrgänge, die Weingebiete, Angebot und Nachfrage, welche da bestimmend sind, nicht etwa die Qualität. Wenn man diesen Mechanismus begriffen und genügend Vergleichszahlen hat, dann kann die aktuelle Situation im Weinmarkt eingeschätzt weden. Aus diesem Grund besuche ich möglichst alle Auktionen - und wenn dies nicht möglich ist - analysiere ich die Ergebnisse.

04. Mai 2017

 

Weinauktion:

 

Weinbörse

Samstag, 06. Mai 2017 um 10.00 Uhr
im Grand Hotel Quellenhof, Bad Ragaz

 

Die einst vor allem von Weinliebhabern, Sammlern und sogenannten Wein-Amateuren bevorzugte Auktion ist deutlich "professioneller" geworden - in der Abwicklung (Kommission, Lotgebühr) auch teurer. Die Auktion bietet mehr als 1'500 Lots an, darunter viele exklusive Sammlerstücke, 

allein rund 30 Angebote von Châteaux Pétrus und 64 Lots mit Mouton Rothschild, darunter auch eine Sammlung von 71 Flaschen aller Jahrgänge von 1945 bis 2013.(Ausrufpreis 30'370 Franken). 

René Gabriel, der Tausendsassa der Weinszene, hat die Fäden dieser Auktion auch fest in der Hand. Er weiss wie man rare Weine präsentieren muss, dass sie für die Einlieferer hohe Erlöse bringen. 
Das Auktionshaus ist denn auch in den letzten Jahren stark gewachsen 

Die Kommanditgesellschaft der beiden Gründer Peter Bertschinger und Max Gestl wurde nach dem Tod von Peter Bertschinger durch Rene Gabriel ergänzt. und zur Aktiengesellschaft gemacht. 2016 kamen zwei neue, gleichwertige Partner hinzu: Weinfreak Jürg Richter und die Gerstl Weinselektionen. 

Die Atmosphäre an der Auktion - durch langjährige Weinliebhaber geprägt - ist trotz Grösse und zunehmendem Glanz, noch immer familiär. Obwohl es immer wieder um Preise geht, die der "verrückteste" Weinliebhaber kaum mehr bereit ist  zu bezahlen.

Es finden sich - so meine Beobachtung - auch immer mehr Händler und Handelshäuser ein, welche die Weine um die ganze Welt verschieben. Diese Klientel war früher vor allem bei Wermuth (vor der Trennung mit Denz-Weinen) gut aufgehoben. Heute spricht Wermuth - mit seinem Angebot und der Reduktion der Lots - immer mehr die Amateure und Sammler an.

Interessant an der Weinbörse ist auch die Möglichkeit, per Internet schon im Vorfeld Gebote zu machen. Dies Webseite wird dann am Auktionstag (zugunsten er Saalauktion) geschlossen -  bis zur "Nachauktion" an der die nicht verkauften Lots zum Startpreis zu erwerben sind (dann ohne Bietkonkurrenz). Ich werde in einer Nachlese zur Auktion ausführlich berichten.

Hier der Link zur Webauktion

12. November 2016

 

Am letzten Samstag

Weinauktion

 

WeinBörse
im Hotel Crowne Plaza, Zürich
                                am 12. November 2016  um 10.30 Uhr

Die WeinBörse, viele Jahre die beste Auktion für Sammler, entwickelt sich immer mehr zur Luxux-Auktion. Nicht nur, dass sie inzwischen die höchsten Abgaben der vier grossen Weinauktionen in der Schweiz verlangt (Kommission 12%, Handling-Kosten 10 Franken), sondern auch ein Angebot, das vorwiegend für Betuchte attraktiv ist, auch für Anleger von Vermögen. 

Schnäppchenjäger haben es schwer, auch Sammler, welche ihre Schätze anders bewerten, als nur über den Preis und das Renommee des Weins. 
Dafür ist die Zwischenverpflegung und vor allem der Ausschank bei der Degustation am attraktiv und wird wohl weiterhin viele Auktionsbesucher anlocken. Ich werde über die Auktion, vor allem auch über die Nachauktion (Internet) in der Rubrik "Wein in den Keller legen" berichten. 
Hier der Link zur Wesite von der WeinBörse
Hier der Katalog zum Herunterladen

17. April 2016

  

Weinbörse

am  am Samstag, 16. April 2016

ab 10.00 im  Grand Hotel Quellenhof 
in Bad Ragaz

 

Erste Analyse und Bilder

Die Weinbörse hatte schon immer einen speziellen Charakter. Es ist vor allem eine Auktion für Weinliebhaber, die sich hier treffen und sich auch nicht nur um die "grossen Namen" scharen. Das Spezielle: Nicht nur Bordeaux, Burgund und teuere Italiener werden angeboten, sondern auch Weine aus Regionen und Länder, die sonst kaum auf Live-Auktionen auftauchen: Languedoc, Loire, Spanien, Portugal, Deutschland, Österreich, Ungarn, Südafrika... 

Etwa zwei Drittel der 1017 Lots wurden schon im Vorfeld (schriftliche Angebote und WEB-Auktion) mit geboten belegt. Nach der Live-Auktion blieben rund 160 unverkaufte Lots zurück. Darunter vor allem kleinere Lots, weniger bekannte Weingüter und Weine aus Regionen, die Auktionen selten auftauchen. Im Augenblick läuft noch die "Nachauktion".

Weitere Informationen und Bilder hier

17. April 2016

  

Weinbörse

am  am Samstag, 16. April 2016

Grand Hotel Quellenhof 
in Bad Ragaz

Die Resultate der Auktion werden frühestens am Montag, 18. April 2016 um 18.00 Uhr aufgeschaltet (nach Beendigung der "Nachauktion".

Hier die Resultate der 94. Weinbörse 

 

Erste, kurze Analyse

  • Die Wein-Kauf-Hektik vergangener Jahre ist vorbei. Nur selten lieferten die Bieter und Bieterinnen einen Preiskampf. Viele Weine gingen zum Ausrufpreis oder wenig darüber weg. 
  • Grosse Namen finden noch immer Absatz und erzielen "handelsübliche" Preise, vor allem wenn man den Aufpreis, die Lotgebühr und die Mehrwertsteuer dazu rechnet (die veröffentlichten Preise sind Nettopreise).
  • Sobald Etiketten beschmutzt, zerrissen oder beschädigt sind, wird deutlich weniger bezahlt. Dies ist ein Indiz für die Tatsache, dass viele der Weine wieder in den Handel gehen, natürlich zu höheren Preisen (sonst würde sich der Kauf für einen Händler ja nicht lohnen).
  • Einzelne Wein - vor allem Weine, welche einst die "Mode" hochgespült hat - fanden trotz "Tiefstpreisen" vorerst keine Käufer. Zum Beispiel: zwei Flaschen Opus One (1981 und 1982) zu 290 CHF. (Das Lot ging allerdings nach der Auktion sofort zum Ausrufpreis weg).
  • Wer bestimmte Weine (oder Jahrgänge) sucht, der muss unbedingt an einer Live-Auktion anwesend sein. Nur so hat er eine echte Chance, den Wein auch wirklich zu günstigen Preisen ersteigern zu können. Im Saal ist es möglich, viel flexibler zu reagieren und die Chancen abzuschätzen.
  • Grosse Namen, komplette Sammlungen und Originalkisten (OHK) erzielen noch immer sehr gute Preise. Die einmalige Mouton-Kollektion (1945- 2004) erzielte netto 50'000 CHF (Ausrufpreis 28'000 CHF). Auch die Magnum-Pétrus 1945 (extreme Seltenheit) für 12'000 CHF einen Käufer.
  • Es ist noch immer möglich, zu günstigen Preisen gute Weine zu ersteigern (Schnäppchen), vor allem wenn es darum geht, Neues zu entdecken oder auszuprobieren. In vielen Mixt-Lot "verstecken" sich oft kleine "Perlen".

Viele dieser "Erkenntnisse" sind nicht ganz neue. Doch sie zeigen den Trend auf und können generelle Richtlinien sein für den Weinkauf generell und die Weine, die man in den Keller legen möchte. Sobald die letzte grosse Auktion dieses Frühjahrs vorbei ist, werde ich eine präzisere und breitere Analyse veröffentlichen.

01. April 2016

 

 Wein - Frühlingsauktion

 

Weinbörse

am  am Samstag, 16. April 2016

ab 10.00 im  Grand Hotel Quellenhof 
in Bad Ragaz

 

Hier ist der Katalog als Excel - Liste (PDF) herunterzuladen

 

Die Weinbörse (traditionell vorwiegend von privaten Weinliebhabern besucht) hat sich sich nicht nur vergrössert (es sind jetzt vier gleichberechtigte Teilhaber), sondern ist auch viel professioneller geworden. Das zeigt sich auch darin, dass immer mehr Händler und Wirte anwesend sind, um hier "einzukaufen". Die Weinbörse ist auch teurer geworden, nämlich 12% Komission (früher 10%) Lotgebühr 10 Fr. (früher 8 Fr.). Zum Vergleich: Wermuth-Denz Aufpreis 10%, Lotgebühr 8 Fr. - Franz J. Wermuth: Aufpreis 9%, Lotgebühr 8 Fr. - Steinfels Auktionen: Aufpreis 10%, Lotgebühr 10 Fr.) Damit ist die Weinbörse - entgegen ihrer eigenen Werbung - das teuerste Auktionshaus der Schweiz.(Die Mehrwertsteuer - zum Zuschlagspreis auch noch zu bezahlen - ist für alle Häuser gleich: 8%)

Hier geht es zum WEB Katalog. Um mitzubieten muss man sich allerdings noch anmelden und registrieren lassen.

Neu - und in der Schweiz einmalig - ist die Möglichkeit, vor jeder Weinbörse-Auktion per nicht nur den Katalog einzusehen, sondern bereits Internet für einzelne Lots zu bieten.

WEB-Auktion nennt sich dies.

Sie wird jeweils zwei Wochen bis und mit Mitternacht vor der Auktion zugeschaltet. Während der Auktion gesperrt und für die Nachauktion wieder freigegeben. Die Anwendung ist sehr einfach:
Diese Funktion ist vor allem für die Nachauktion (zurückgebliebene Lots) eine echte Hilfe und Erleichterung. 

Hier der Link zur Beschreibung für die Anwendung

Während der Auktion (ab Mitternacht des Vortages) funktioniert das Internet-Bieten nicht. Jedes der Gebote kann im Saal überboten werden. Die Funktion ersetzt also einzig das bisherige schriftliche Bieten und ist - für den Käufer - übersichtlicher und dynamischer, da man sofort sieht, ob man im "Vorfeld der Live-Auktion" noch der Höchstbietende ist.

Hier erscheint nach der Auktion eine Analyse.

07. Februar 2016

 

News:

Weinbörse

 

Mitteilung: "Nichts ist beständiger als der Wandel. Die WB Weinbörse AG hat ab sofort zwei neue Mitbesitzer. Max Gerstl und René Gabriel haben sich entschlossen, zwei neue, gleichwertige Partner mit ins Boot zu nehmen. Zum einen ist das der Weinfreak Jürg Richter sowie die Gerstl Weinselektionen. Wir versprechen uns damit viele positive Synergien für eine gesicherte Zukunft. Parallel planen wir natürlich unsere grosse Auktion vom Samstag, 16. April 2016 im Grand Resort Bad Ragaz."

28. November 2015

 

Wein Herbstauktionen:

 

Am Samstag:

28. November 20

                             Weinbörse

                                    von 10.30 bis ca. 17.00 Uhr      Hotel Crown Plaza, Zürich

 

Es ist die letzte der vier grossen Weinauktionen in Zürich. Traditionell treffen sich hier viele private Weinfreunde und Sammler. 

Neu besteht jetzt die Möglichkeit, vor jeder Weinbörse-Auktion per Internet zu bieten.
Die WEB Auktion wird jeweils zwei Wochen bis und mit Mitternacht vor der Auktion freigeschaltet. Während der Auktion gesperrt und für die Nachauktion wieder freigegeben.

Vor allem die Nachauktion ist für Weinfreunde, die "günstige" Weine suchen, interessant.

Hier geht es zur WEB-Auktion (wo auch die Nachauktion stattfindet)

Hier der Katalog

Nach dieser letzten Herbstauktion habe ich eine Analyse hier einstellt.

15. April 2015

 

Auktion Weinbörse 92 vom 11. April 2015
im Hotel Seedamm, Plaza, Pfäffikon (ZH)

 

Nachbetrachtung

 

Da der Käufer in der Regel (ausser bei ganz raren Weinen) nicht mehr zu bezahlen bereit ist, als er aktuell im Handel für einen Wein bezahlt, muss der Einlieferer mit rund 30 Prozent weniger rechnen, als der Handelspreis im Augenblick ist. Kommt dazu, dass viele Händler Weine für Kunden auf Auktionen kaufen, und damit nochmals eine Gewinnmarge dazu kommt, bis zum aktuellen Handelspreis.

 

Analyse

  • Knapp 80% der 1232 angebotenen Lots wurden verkauft (an der Auktion oder in der Nachauktion (Nachauktion zum Ausrufpreis). Dies ist ein gutes, bis sehr gutes Ergebnisse. Auktionen lohnen sich noch immer, sowohl für Einlieferer, als auch für Käufer.
  • Der Ausrufpreis (die ist auch der garantierte Mindestpreis für den Einlieferer) wurde – im Vergleich zu anderen Auktionshäuser – sehr gut und fair eingesetzt. Dies zeigt sich, dass – mit wenigen Ausnahmen – fast immer in der Nähe des Ausrufpreises gekauft wurde. Grosse Ausschläge nach oben gab es kaum. Der Erwerbskampf – vor Jahren noch in grossem Ausmass üblich – blieb mehr oder weniger aus.
  • Selbst Kultweine erzielten zwar hohe Preise, aber sozusagen nie über dem Schätzungspreis. Ausnahme zum Beispiel bei Gantenbein (CH).
  • Noch immer – wie seit Jahren – erzielt Romanee-Conti die höchsten Preise      (1  Flasche Jahrgang 2000 – Ausrufpreis 8‘000 Franken, Schätzung 11‘000 Franken, Zuschlag 8‘300 Franken)
  • Der (aus aktuellem Anlass) begehrte Bordeaux-Jahrgang 1987 (Hans Erni) hat – wieder Erwarten – keine signifikanten Ausschläge gezeigt. Nur die ganze Serie von Formaten (vom Schöppli bis zur Imperial, 6 Weine) – Ausrufpreis 4440 Franken erzielte 6600 Franken – also leicht über dem Schätzungspreis. Während 4 Flaschen mit Startpreis 720 Franken für 810 Franken weggingen.
  • Weitaus die meisten Weine, die nicht verkauft wurden, hatten eine schlechte Etikette (beschmutzt oder zerrissen). Ein Indiz dafür, dass immer noch viele Broker und Händler an Auktion einkaufen.
  • Die Mixed-Lots (meist von Weinliebhabern gekauft) gingen bei den Bordeaux und Burgundern gut weg, bei den italienischen, deutschen und österreichischen Weinen (und andern Weingebieten) deutlich schlechter.
  • Es lohnt sich immer noch im Saal zu sein. Die schriftlichen Angebote – auch wenn sie bei der Weinbörse im Internet einfach zu machen sind – haben deutlich weniger Chancen als gleich hohe Saalgebote. Eigene Erfahrung: von meinen neun Geboten erhielt ich gerade mal eines (die meisten Weine gingen zum gleichen Preis oder nur unwesentlich höher weg!)
  • Wirklich grosse „Schnäppchen“ sind kaum zu machen, weil die Schätzung ziemlich präzis ist. Für den Weinliebhaber lohnt es sich aber – für den eigenen Bedarf – nicht ganz so hochbezahlte Jahrgänge (vor allem beim Bordeaux) zu erwerben oder/und Weine mit schlechten, verschmutzten Etiketten.

11. April 2015

 

Weinbörse vom 11. April 2015

im

Hotel Seedamm Plaza
8808 Pfäffikon SZ
Morgen-Session:         10.30 bis 13.00 Uhr

Nachmittags-Session:  13.45 bis ca. 17.00 Uhr

 

Wer glaubt, Weinauktionen seien nur für "vergiftete" Sammler, für Händler und Spekulanten, der tickt gründlich falsch. Natürlich sind Händler, Einkäufer, Broker etc. auch an Weinauktionen. Da gehen mitunter Lots für ein paar Tausend Franken in kürzester Zeit über die Bühne. Doch ein guter Anteil der Bieterinnen und Bieter sind auch Weinfreunde, die sich orientieren möchten und da und dort etwas ersteigern, das sie so einfach und günstig kaum kaufen könnten. Aus diesem Grund analysiere ich regelmässig - seit Jahren - die meisten Weinauktionen - zumindest die grösseren - im deutschsprachigen Raum, vor allem aber in der Schweiz. Die Zölle und hohen Transportkosten machen Käufe auf ausländischen Auktionen meist unattraktiv.

 

Eine Neuheit auf dieser Auktion ist das Bieten per Internet. Es funktioniert allerdings nur zwei Wochen bis und mit Mitternacht vor der Auktion. Während der Auktion wird es gesperrt (nur Saalgebote sind da noch möglich) und für die Nachauktion wird es wieder freigegeben.

 

Hie der Link zur sogenannten WEB-Auktion

 

Ich werde in Zukunft die Webauktion in meiner Analyse mit einbeziehen.

Interessant sind diesmal (im Vorfeld) drei Beobachtungen.

  1. Es tauchen wieder sehr viele Mixed-Lots auf. Gerade dieses Sammelsurium von Weinen (z. Choix de Bordeaux) bietet für Weinliebhaber eine echte Chance günstig zu interessanten Weinen zu kommen, meist zu sensationell guten Preisen.
  2. Die Weinbörse bietet auch viele Weine an, die nicht aus den sogenannt Börsenrelevanten Gebieten stammen (Bordeaux, Burgund, Toskana etc.), sondern auch aus andern Weingebieten wie der Schweiz, Deutschland, Österreich, Spanien, Australien etc.
  3. Kurz nach dem Tod von Hans Erni werden an dieser Auktion alle Formate vom Schöppli bis zur Impériale des Weins Mouton Rothschild 1987 versteigert. Hans Erni durfte 1987 die Etikette dieses gesuchten Sammlerweins gestalten. Der Jahrgang selber (1987) gehört eher zu den schwachen Jahren im Bordelais, doch der Wein mit der Erni Etikette ist gesucht, Es ist spannend, welche Preise hier erzielt werden