In Sachen Wein...

23. März 2018

Hier kommentiere und vertiefe ich interessante Weinthemen und -aspekte, die aus aktuellem Anlass auf www.sammlerfreak.ch aufgetaucht sind. Oft sind es interessante Artikel in Weinpublikationen und in verschiedenen Wein- und Genussblogs.

25. März 2018

 

Aufregung bei den deutschen Weinliebhabern

 

Günther-Jauch-Wein bei Aldi

 

"Der Wein stammt nicht von Jauchs Weingut", vermeldet Spiegel Online.

"Der Wein ist auch nicht vom Weingut Othegraven, das Mitglied im elitären Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) ist. Mit seinen geringen Produktionsmengen könnte es den Bedarf des Discounters niemals decken. Jauch lässt stattdessen fremdkeltern und abfüllen. "Deutscher Wein" heißt es lediglich auf dem Rückenetikett. Das ist die unterste Stufe im Weinrecht" 

(Foto: BILD  Olaf Selchow)
(Foto: BILD Olaf Selchow)

30. März 2018

 

Aufgeschnappt in Bild
vom 26. März 2018

 

Berliner Sommelier macht den Test:

So schmeckt der Wein von Günther Jauch 

 

"Berlin – 5,99 Euro kostet die Flasche. BILD wollte von einem Experten wissen: Wie schmeckt der günstige Jauch? Wir fragten Andrew Connor (43), seit sechs Jahren Sommelier im Fünf-Sterne-Hotel „The Regent“ am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte...Der Wein stammt nicht von Jauchs Weingut, sondern wird nur mit seinem Namen vermarktet. Wo die Trauben herkommen – unklar. Connor ist unvoreingenommen. Er ist gebürtiger Neuseeländer, sagt: „Ich kenne Jauch kaum, gucke kein deutsches Fernsehen.“

Die Etiketten auf den Flaschen gefallen Connor nicht. „Es wirkt ein bisschen wie selbst gebastelt, nicht wie von einem Grafiker. Zu viele Schriften.“ Den Schraubverschluss findet er völlig in Ordnung. „So kann der Wein nie Kork haben.“ Als erstes testet er den Weißwein. Hellgelb im Glas, er duftet nach zitrischen Früchten...."

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Frankfurter Allgemeine 
vom 17. März 2018

"Aldi kooperiert bereits seit langem mit namhaften Winzern und Weingütern, darunter Fritz Keller, Raimund Prüm oder der italienischen Dynastie Frescobaldi. Dem Durchschnittskunden dürfte der Name Jauch freilich bei weitem am geläufigsten sein. Doch warum verbündet sich ausgerechnet ein Discounter mit solchen Promi-Winzern? „Wir wollen unsere Weinkompetenz weiter stärken und sind dabei ständig auf der Suche nach vielversprechenden neuen Wein-Projekten“, beschreibt Merle Rotondo, bei Aldi Süd für den Weineinkauf zuständig..". 

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Meinungen aus Social Media (Facebook):

"hmmm, was ist denn "Falstaff"...?! So was wie das TOP-Magazin, ohne Franchise-nehmer...?" 
"Das Marketing ist gewaltig und eindrucksvoll heute ganze Seite in der FAZ am Sonntag , da wo sonst AUDI und Mercedes zu finden sind! Respekt."

ChatPsychPop - veröffentlicht am  24.03.2018 

Spiegel Online

 

vom 23. März 2018

"Der Schritt von Deutsch-lands wahrscheinlich bekanntestem Fernsehunterhalter überrascht. Jauch hat vor acht Jahren das Weingut Othegraven an der Saar gekauft. Im Wesentlichen ließ er die Weine für sich sprechen, auf den Front-Etiketten tauchte sein Name nicht auf. Anders als bei den beiden Aldi-Weinen: Der Name Günther Jauch steht gleich zweimal auf dem vorderen Etikett und zusätzlich auf der Kapsel..."
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"Ich bin für ein 6-wöchiges „Nennverbot“ der Wörter JAUCH, ALDI, MERTES und FÜNFNEUNUNDNEUNZIG im HaWe (Forum)"

"Heiß ging es in den letzten Tagen her. Kann der Jauch, darf der Jauch bei Aldi? Man hätte meinen können, das Abendland geht unter, so hoch schlugen die Wellen. Also hin zu Aldi, je eine Flasche gekauft und probiert.
Fazit: Die beiden Weine sind in Ordnung, gut trinkbar, frisch-fruchtig der Weiße und dezent herb-seidig der Rote. Herr Jauch muss sich für die beiden Tropfen nicht schämen. Für die 5,99 €, die man für jeden der Weine bezahlt, sind sie kein Schnäppchen. Selbst bei Aldi bekommt man besseres, die Weine aus der "Fritz Keller Edition" sind nicht teurer. Ab Hof vom Winzer findet man ebenso gute oder zum Teil bessere Tropfen, wenn man sich bemüht oder gut auskennt.".

"Eins kann man jetzt auf alle Fälle schon festhalten die Am meisten kommentierten Weine des Jahres.

26. März 2018

 

 

 

Dirk Würtz


Administrator der 
Facebook-Gruppe "Hauptsache Wein" (13.362 Mitglieder)
Unermüdlicher Animator - Urblogger - Winzer

 

Ein beachtliches Statement zum Thema:

 

Jauch hat sich entschieden, so einen Wein zu machen. Mit extrem professionellen Partnern. Er rettet damit natürlich keinen Winzer vor dem Ruin - Mertes zahlt ganz normale Fassweinpreise - außer für bestimmte Projekte. Auf dem freien Fassweinmarkt sind große Mengen Wein vorhanden. Weine, die von ganz normalen Winzern produziert werden. Alleine das sagt schon viel über die Situation hier in D aus. Selbst in einem kleinen Anbaugebiet wie dem unseren, hier im Rheingau, gibt es jetzt noch 16er im Fass.

 

(Bild: Fassweinanzeiger)
(Bild: Fassweinanzeiger)

Diese Fassweine werden uA von den Kellereien gekauft. Es ist nicht so, dass Mertes im Geheimlabor aus Wasser Wein macht. Ganz normale Winzer produzieren diese Fassweine. Also die, um die es einigen hier geht. Das ist deren Auskommen und das ist die Realität. Im Übrigen würdet Ihr Euch wundern, wer alles Fasswein und/oder direkt im Herbst Most verkauft (Selbst VDPisten machen das und ich weiß, dass ich dafür eins auf die Nuss bekomme, weil ich das sage.). Das ist die Realität, so wird die überwiegende Mehrheit des Deutschen Weins gehandelt. 
Dass das nicht das ist, was die Mehrheit dieser Gruppe trinkt, kauft, geschweige denn mag, ist doch klar. Dass das aber auch nichts mit der Realität im Markt zu tun hat eben auch.

Titelbild der Facebook-Gruppe "Hauptsache Wein"
Titelbild der Facebook-Gruppe "Hauptsache Wein"

Hier sind 13.000 Mitglieder. Der ein oder andere trinkt vielleicht mehr als eine Flasche Wein am Tag. Selbst wenn das nur deutsche GGs wären, dann trinkt diese Gruppe zusammen noch keine drei (in Worten drei) Hektar. Und selbst wenn sich jeder sechs Flaschen kaufen würde, sind das gerade mal etwas mehr als 10 Hektar. Und trinkt einer auch nur einmal was "normales", sind wir schnell wieder bei drei Hektar. Die anderen 99.997 Hektar hier in Deutschland müssen auch irgendwo hin. Wir können sie natürlich auch brach liegen lassen und nur noch GGs produzieren. Wir können aber auch versuchen einigermaßen anständige Qualitäten zu raisonablen Preise zu machen. 90% der Gruppenmitglieder werden diese Weine nicht schmecken. Müssen sie auch nicht. Im Gegenteil. Es ist sogar gut, wenn die Euch nicht schmecken. Kümmert Euch bitte weiterhin um die Nische. Um uns, um die Kellers, Bauschs, Molitors und alle anderen. Geht zum Winzer und in den Fachhandel und helft mit, die Flaschenweinvermarkter am Leben zu halten. Aber respektiert bitte die andere Welt. Die ist eben auch sehr real.

(Bild:  KEYSTONE)
(Bild: KEYSTONE)

Es geht mir auch nicht um eine ALDIisierung des Weins. Die ist eh längst da. Anders als bei Fleisch und Eiern und Milch. Aber sie ist da. Mit dem ewigen "PLV-Gesülze " haben viele, SOGENANNTE Profis (die Großbuchstaben sind Absicht) es eh längst geschafft, dass Wein ebenso eingeordnet wird, wie ein ordinäres Elektroprodukt. 

 

Es geht darum, dass es einen Wettbewerb gibt. Den unter den Erzeugern und den unter den Verkaufsstätten. Ganz normal also. Jeder muss sehen, wie er da bestehen kann und wo er bleibt. Das Ganze muss ehrlich und fair abgehen. Das fehlt manchmal und einiges, was ich im Kontext dieses "Projekts" lesen musste, war hart an der Grenze. Dies unsägliche Nähe, die zu Jauchs Weingut geschaffen wurde, beispielsweise. Natürlich war die Absicht. Keiner kann mir erzählen, dass in der Schlussredaktion sowas durchrutscht... Aber gerade solche Sachen waren und sind doch gang und gäbe. 

Was wird in der Branche für ein Unsinn erzählt und kolportiert, nur um eine Alleinstellungsmerkmal zu haben. Mein liebstes Beispiel, um es zu verdeutlichen: Ich arbeite ökologisch, schreibe es aber nicht auf das Etikett...
Jauch, der berühmteste Deutsche nach oder mit Merkel, hat Deutschen Wein da hin gebracht, wo die Leute ihn kaufen. Perfekt. Dabei bleibe ich und dafür lobe ich ihn ausdrücklich - auch wenn mein Lob in dem Kontext völlig irrelevant ist. Wem das nicht schmeckt, der soll das sagen. Das kann man, und da komme ich wieder zum Anfang zurück, aber auch mit etwas Respekt machen. In der Flasche ist Wein, den ein ganz normaler Winzer produziert und im Fass verkauft hat. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Und damit möchte ich schließen und an Euch bitten so langsam wieder zu dem zurückzukommen, um was es in der Gruppe geht. Es ist alles gesagt. Von allen. Streitet Euch lieber wieder über "Naturals".(Textillustration: sammlerfreak)

Dieser Wein aus Bali, vorgestellt von Chris Strauss, auf Facebook, in "Hauptsache Wein" ist der Anlass, um etwas mehr zu erfahren über Weine aus Indonesien. Kommentare zu dieser Kurzvorstellung eines Weins aus Bali: "Mach so weiter, bin im Mai in Bali und lese mich gerne durch deine Beiträge" - "Ich verfolge das gern, da wir häufig dort Urlaub machen" - "Interessant!"...

Das Echo also zeigt, dass man kaum etwas über Weine aus Indonesien weiss, das Thema aber - weil es so viele Bali-Reisende gibt - sehr spannend ist. 

 

Einen guten Artikel habe ich in "Bali Now!" gefunden, allerdings englisch.  Hier der Einstieg (in deutsche Üersetzung).:

 

Weine Made in Bali: Lokale Tauben gegen die Importe

 

Meine Innere Stimme | Geschrieben Von, Harald Wiesmann | 20. April 2017

"Liebe Leserinnen und Leser von Inner Voice, nach mehr als 11 Jahren als Sommelier auf der wunderschönen Insel Bali möchte ich einige Gedanken zu den lokalen Weinen teilen. Es gibt jetzt zwei Arten von Weinen, die in Bali hergestellt werden, die auf der Insel mit importierten Trauben hergestellt werden, oder solche, die Wein aus lokal angebauten Trauben produzieren. Beide haben im Laufe der Jahre sicherlich an Qualität gewonnen und fügen der Weinkarte der Insel eine erschwingliche Option hinzu."

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