Weingeflüster

02. Juni 2019

 

Dürfen wir Ihnen einen                           Wucheraufschlag berechnen?

 

Weinpreise im Restaurant:

Dazu aufgeschnappt ein Beitrag - sozusagen eine
                                                   Glosse - im Onlinemagazin "Republik"

Fortsetzung des Beitrags auf der Frontpage

 

Neun Franken kostet ein Durchschnittlich in der Schweiz (und ist etwa dreimal so hoch wie in anderen Ländern). Dies ist auch etwa der Richtpreis, den ein "durchschnittlicher" Weinkonsument in der Schweiz für eine Flasche bezahlt. Zumindest orientiert er sich beim Weinkauf an dieser Grösse: Für einen berühmten Wein oder ein bekanntes Weinanbaugebiet ist der "Durchschnittskonsument"  in der Regel bereit deutlich mehr, für einen "Alltagswein" hingegen weniger.  Wo die Grenzen sind, lässt sich kaum ausmachen. Zu unterschiedlich sind - für den Weinkonsum - die eigenen "Wertvorstellungen". Doch eine Flasche Wein, die mehr als 30 Franken kostet, wird von eine überwiegenden Mehrheit der Weintrinker bereits als "Luxus" taxiert und sich meist nur zu festlichen Anlässen "gegönnt"!  Im Restaurant - bei einem üblichen Verkaufsfaktor 3 - kostet dann ein 10-Franken-Wein eben 30 Franken und schwenkt für den Konsumenten bereits ein, in den "Luxus-Bereich". Und ein "Luxuswein" käme - im Restaurant auf dreihundert Franken. Genau dieses Problem beschäftigt - auch mich - seit längerer Zeit. Damit beschäftigt sich auch der Beitrag im Online-Magazin "Republik" von Michael Rüegg, der hier abzurufen ist. Auch ich werde am Thema bleiben.

11, April 2019

 

Önotourismus
(Weintourismus)

 

"Bezeichnung für touristische Aktivitäten, bei denen die landschaftlichen, kulturellen und gastronomischen Merkmale von Weinbaugebieten sowie weinbezogene Aktivitäten im Vordergrund stehen." (Glossar Wein-Plus)

Auf Facebook (in Humor & Videos) gefunden:

"Coq au vin?!" oder 

"Une oeno-touriste comme une autre?"

Deutsche Weininstitut:

"Rund 50 Millionen Menschen reisen jährlich primär wegen des Weines in die deutschen Weinregionen und sorgen dort mit Ausgaben von 5,5 Milliarden Euro für circa 75.000 Arbeitsplätze. Das hat eine wissenschaftliche Untersuchung der Hochschule Geisenheim University und des Deutschen Weininstitut (DWI) ergeben. Insgesamt schafft der Tourismus demnach in den Weinbaugebieten schätzungsweise 412.900 Arbeitsplätze, bei einem Gesamtumsatz von 29,9 Milliarden Euro im Jahr. Rund 13 Prozent aller Touristen bereisen die Regionen gezielt wegen des Weines und besuchen während ihres Aufenthalts ein oder mehrere Weingüter."


06 Januar 2019

 

Was kann man zum Dreikönigskuchen trinken?

 

Dieser weltbewegenden Frage geht das französische Wein-Magazin "Le Guide Hachette de Vin" nach. Nun, es gibt nicht nur den Dreikönigskuchen, sondern je nach Land und Region recht unterschiedliche Formen und Rezepte.

Bei uns ist es vor allem ein Kuchen aus Hefeteig (Hier das Rezept von Betty Bossi)in Frankreich sind es "Les Galettes des rois", Blätterteigkuchen mit Mandelfüllung oder Brioche, mit viel Zucker überstreut oder/und mit kandierten 

Früchten.Mit allen Formen des Dreikönigs- Kuchen ist ein Brauch verbunden, das Tragen der Krone für einen Tag. In einem der Kuchenteige ist eine kleine Figur (meist ein König) eingebacken. Wer diesen in seinem Kuchenteil hat, darf König sein.Bei uns wird der Dreikönigs-Kuchen vor allem am Morgen aufgetischt. Es hat sich aber auch immer mehr der Brauch 

 

durchgesetzt, am Nachmittag oder gar zum Nachtessen aufzustellen, meist als Dessert mit Wein. Doch welcher Wein - welches Getränk - verträgt sich mit dem süssen Kuchen?

Trocken oder gefüllt, viele Dreikönigskuchen sind aus Blätterteig. Dies hinterlässt Spuren von Fett (Butter) an den Fingern und im Gaumen. Der Zucker tritt oft sogar in den Hintergrund. Dies erfordert ein "starkes" Getränk, welches das Fett neutralisiert. Lebhaft, aber nicht trocken, weil der Zucker einen trockenen Wein grün machen würde. Hingegen haben hier Blasen ihren Platz,  weil sie den Eindruck von Lebendigkeit und Leichtigkeit verstärken. Man liegt immer richtig, wenn man ein sprudelndes, sprudelndes Getränk 

Galette des rois
Galette des rois

öffnet, vorausgesetzt es ist leicht oder sogar stark süss. Die Einfachheit des Kuchens verlangt keinen Luxuswein wie Champagner. Dazu aber passt auch Cidre (Apfelwein), vor allem, wenn die Kuchen Apfelfüllung haben. Vorschläge:

Ein Crément aus verschiedenen Regionen (Elsass, Burgund, Jura, Loire). Diese 

Weine sind dem Champagner oft sehr nahe.
Ein Schaumwein von der Loire, ein Vouvray oder ein Montlouis-sur-loire, eventuell ein Saumur (schäumend).

Oder ein Wein nach der Methode "ancestrale", ein clairette de la Tradition, ein Blanquette-de-Limoux oder Gaillac. Es sind aber auch die deutschen Sprudelweine möglich, ein Winzersekt, ein Cava aus Spanien oder ein Prosecco (Italien)

 Château de Monbazillac
Château de Monbazillac

Auch Süssweine sind geeignet. Davon gibt es in allen Ländern und Weinregionen. In der Empfehlung von "Hachette" sind es vor allem französische Weine: Sauternes (Bordeaux), Loupiac, Dadillac, Saint-Croix-du Mont, vor allem aber auch der "königliche" Monbazillac. Dabei sollten die weniger konzentrierten Weine bevorzugen werden, eher mild als süss - und günstiger! 

Den ganzen Artikel von Guide Hachette lesen mit Rezepten und weiteren Tipps.
(Französisch)

27. November 2018

 

Champagner aus England?

 

Natürlich gibt es dies nicht, englischer Champagner! Und doch gibt es ihn, den Champagner aus England. Nur darf er nicht Champagner heissen, sondern wie alles, was nicht aus der Champagne kommt, sich nicht Champagner nennen darf. In diesem Fall, wenn er aus England kommt, "English Sparkling

Coates&Seely (Bezugsquelle Selektion Schwander)
Coates&Seely (Bezugsquelle Selektion Schwander)

Wine". Philippe Schwander (Master of Wine): "Wussten Sie, dass zahlreiche Champagner-firmen im Süden Englands Boden erwerben, um dort Schaumweine herzustellen? Was sehr ungewöhnlich klingt, hat einen triftigen Grund: Das Pariser Becken mit seinen Kreideböden, die den berühmten Champagner erbringen, erstrecken sich bis n ach Südengland. Findige Tüftler prouzieren dort wegen der Klimaerwärmung hervorragende Schaumweine, die mittlerweile neben Champagner bestehen

Der Champagner kommt ausschliesslich aus der Gegend um Reims. "Das Weinbaugebiet Champagne ist das für den Anbau der Grundweine des Champagners zugelassene Gebiet. Es ist nicht mit der administrativen Region Champagne-Ardenne bzw. der historischen Landschaft Champagne identisch, vielmehr umfasst es auch noch in den Regionen Picardie und Île-de-France gelegene Weinberge". 

CC BY-SA 3.0 File:Frankreich 1154-DE.svg
CC BY-SA 3.0 File:Frankreich 1154-DE.svg

Reims war auch seit dem 12 die Stadt, in der die französischen Könige gesalbt und gekrönt wurden. Sie hatte auch  eine hohe symbolische Bedeutung, als es den Franzosen unter Jeanne d’Arc (Hundertjährigen Krieg) gelang, die Engländer, die den Norden des Landes besetzt hatten, zurückzudrängen und Reims zurückzuerobern, wo dann Karl VII. im Jahre 1429 gekrönt werden konnte

Durch die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit dem Heinrich II. (König von England) ging Aquitanien 1154 an die englische Krone. Heinrich II. von England erhob auf weite Teile Frankreichs Anspruch, und es begann der mehr als 100 Jahre lang andauernde Krieg zwischen England und Frankreich. Erst 1453 kam Aquitanien endgültig zu Frankreich zurück..

 

Bedeutende französische Weingebiete wie Bordeaux und die Champagne gehörten also während gut dreihundert Jahren zum englischen Königreich.Der bereits von den Römern in ihrer Provinz Britannien eingeführte Weinbau kam zum Erlahmen, weil sich die Wetterbedingungen als zu kalt und zu feucht erwiesen. Wein wurde also während Jahrhunderten weitgehend aus Frankreich eingeführt. 

Weinberg in Wyken Hall                  (Foto: ....tastes like Wine!
Weinberg in Wyken Hall (Foto: ....tastes like Wine!

Erst in den letzten Jahren kehrte der Weinbau durch die globale Erwärmung in die klimatische Grenzzone von Südengland zurück. 2006 gab es wieder ungefähr 400 Weingärten, von denen die meisten jedoch recht klein sind. (Gesamtfläche ca. 800 Hektar). Probleme bereitet den Weinbauern allerdings das Misstrauen der Finanzinstitute, die kaum Finanzierung durch Kredite ermöglichten. Das könnte sich nun durch den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs rasch ändern, da der Weinbau in England von den Folgen der globalen Erwärmung profitiert und eine großflächige Ausweitung der Rebflächen infolge Deregulierung denkbar ist. "Champagner" (Schaumweine) aus England im europäischen Markt ein Vorzeichen der Entwicklung in der künftigen Rebgeographie?

Link zum Onlinr-Weinmagazin  "...tastes like Wine!"

Englische Exoten (NZZ)

29. September 2018

 

Neue deutsche Weinkönigin: 

Carolin Klöckner (Württemberg)

(Bild: ARD/SWF)
(Bild: ARD/SWF)

Misswahlen sind eigentlich kein Thema auf dieser Website. Mit einer Ausnahme:

die "Krönung" der deutschen Wein-königin. Dieser alte Brauch macht durchaus auch heute noch Sinn. Wird doch auf charmante Art viel Wissen über Wein - vor allem natürlich deutschen Wein - vermittelt. Das zweistündige Finale -  gestern auf SWF übertragen - war nicht nur eine attraktive Show, sondern auch ein kleiner Lehrgang der Weinherstellung und -Vermarktung. Unterhaltend und Informativ.

Hier der Link zur Sendung (Mediathek SWF)

24. Mai 2018

 

Schweizerweine in Deutschland

 

Das Thema kommt immer wieder auf: Trinken die Schweizer all ihre Weine wirklich selber? Die Vermutung liegt nahe, da - unabhängig von allen Exportzahlen - der Eindruck entsteht, Schweizerweine seien ausserhalb der Schweiz kaum oder nur sehr schwer erhältlich. In den neun Jahren, in denen ich auf www.wein-plus.eu, dem grössten deutschsprachigen Netzwerk, 227 Kolumnen zum Thema Wein geschrieben habe, 

war ich fast täglich mit der Frage konfrontiert: "Wo bekomme ich Weine aus der Schweiz?", denn ich habe sehr oft  auch über Schweizerweine berichtet. Aktuell ist auf Facebook - im Forum "Hauptsache Wein", die Frage wiedereinmal aufgetaucht (siehe "Balken" rechts. Dies hat mich angeregt, etwas genauer zu recherchieren. Als erste Adresse wurde Lobensbergs Gute Weine genannt. Natürlich habe ich da blitzschnell "nachgeschlagen" und folgende Information gefunden: "Der uneingeweihte Weintrinker ist sicher erstaunt, dass es gerade aus der nördlichen Schweiz, aus der Bündner Herrschaft, die absolute Spitze der wenigen Weltklasseweine der Schweiz gibt."

Wenige Weltklassenweine in der Schweiz? 

Immerhin findet man bei Lobenbergs gut Weine ein paar interessante Beurteilungen:

"Graubündens Chardonnays und Pinot Noirs, die Reben des Burgund, bringen großartige Ergebnisse von internationaler Klasse. Leider sind die wenigen Top-Winzer klein undelitär, die Weine somit rar, gesucht und eher hochpreisig, was die besten Weine qualitativ jedoch durchaus darstellen können. So verhält es sich auch mit der restlichen Schweiz. Doch für die Juwelen lohnt es sich. Auch die autochthonen Rebsorten wissen zu verblüffen. Basel, Zürich, Waadt und Wallis sind darüber hinaus prädestiniert für Entdeckungstouren. Wer gereiften Chasselas von Bovard oder einen edelsüßen Petite Arvine von Grandseigneurin Chappaz vekosten durfte, bertrachtet Rebsorte und Weinland aus völlig neuem Blickwinkel. Resümee: Was auch für die ganze Schweiz gilt, auch im Wein ist das Beste der Weine sehr fein und sehr edel. Weltklasse!"

Auf der Website werden immerhin 48 Weine angeboten - 26 Rotweine, 22 Weisse - davon allein aus der Bündner Herrschaft 22 Weine. Auf der gleichen Plattform finden wir auch eine kleine Weinschule zu den Top-Rebsorten in der Schweiz. Inzwischen haben sich weitere Quellen für Schweizerweine in Deutschland gemeldet. 
Ich werde hier einige Angebote und Beurteilungen aufnehmen und besprechen.

Dranbleiben, Fortsetzung folgt hier

10. Mai 2018

 

Momentaufnahmen

 

Als Journalist in der Wein- und Genuss-Szene (über 10 Jahre bei Wein-Plus) erlebe ich immer wieder, wie sehr Weinkommentare vom Augenblick abhängig - also so etwas wie Momentaufnahmen sind. 

Im August 2017 schrie ich über den Wein "ZWAA 2015" : "Er wird meist gekauft, um ihn für ein paar Jahre in den Keller zu legen, was sich - nach meinen Erfah-rungen - lohnt." (Besprechung hier). Nun liegt der Wein noch kein Jahr länger im Keller. Als er gestern auf den Tisch kam, unser spontaner Kommentar: "Bedeutend reifer!" Ist dis möglich, nach nur 9 Monaten? Oder ist unsere Wahrnehmung eine andere? Anderes Wetter, andere Umstände, andere Erwartungen, anderes Essen... Jedenfalls wird uns einmal mehr bewusst, dass jede Weinbesprechung im Grunde genommen ein Momentaufnahme ist.

05. April 2018

 

Wein des Tages

 

Eine kleine Spalte nur, ein kleines Bild, die Meinung eines Weinliebhabers, ein salopper Spruch, die Links zum Wein, zum Weingut, zur Autorin, zum Autor, das findet man jeden Tag hier auf der Frontseite meine Homepage. Entstanden ist sie vor bald drei Jahren, einzig aus dem Bedürfnis Meinungen,

Empfehlungen, Hinweise, Erlebnisse von Weinliebhabern weiterzugeben.  Inzwischen sind es weit über 600 Weine, die hier aufgenommen wurden. Einziges Kriterium: Ein Autor oder eine Autorin, denen ich vertraue, einen Wein, den ich ähnlich beurteile und Unbekanntes (Neue Weingebiete, wenig bekannte Rebsorten, Experimente in Rebbau und in Keller). .

Für mich wurde diese kleine Spalte ein Lehrstück in Sachen Wein. Viele der Weine habe ich auf Grund der Empfehlungen 


gekauft, in Restaurants probiert, beurteilt, bewundert, beschrieben... Vor allem aber habe ich Neues kennengelernt.  Die oft so enge "Weinsicht" erweitert und viele Scheuklappen abgelegt. Zum Beispiel auch heute, bei der mir kaum bekannten autochthonen Rebsorte Traubenschwarz (siehe Bild oben). Ich werde mich damit beschäftigen und bestimmt bald hier darüber schreiben.