Weingeflüster

09. Dezember 2019

 

 

Patrick Thalmann,

"Enfant terrible" im Zürcher Weinland

Der Auftakt war (für mich) eine kleine "Bombe", ein Bömbchen. Ein einfacher Räuschling, einfach aber nicht banal, nicht im Holz ausgebaut, deshalb im Wein viel Echtheit, viel Weinigkeit, viel Räuschling. Kein Serienprodukt, viel eher die Präzision eines Unikats: Räuschling, nicht anders, nur frischer, unverkrampfter, als die meisten Räuschlinge, die ich schon getrunken habe, aber auch nicht von Süsse umwoben. Es folgt der "borstige Kerl" in Weiss: Räuschling ausgebaut im Eichenfass, noch voller Holznoten, die zu verarbeiten sind. Da fehlt etwas die feine Harmonie, da wird noch gehämmert und gezerrt am Räuschling. 

Es braucht schon einiges, um mich beim ersten Schluck zu begeistern, vor allem, wenn es um Weissweine geht. Ich bin Rotweintrinker und habe so meine echten - oder eingebildeten Vorurteile, besonders wenn es um seltene (regionale) Traubensorten geht. Da versucht man zu oft, die Eigenständigkeit, die Besonderheit im einen Mainstream-Geschmack einzubinden, gleichsam das Besondere im Universalen, im Unverbindlichen zu beschönigen. Patrick Thalmann tut dies bei seinem Räuschling nicht. Das macht den Wein - und den Winzer – so sympathisch. 

Nach diesem Räuschling-Auftakt wurde es dann etwas ruhiger. «Metzgermeisters private Reserven», weiss, liessen mich wesentlich kühler. Sie waren zwar saftig, würzig, knackig, süffig - oder was man so alles an Vokabular beim Wein präsent hat. Emotionen kamen – bei mir - wenig auf. Vielmehr ein anerkennendes Nicken. Doch das liegt wohl an meiner Rotweinliebe. Doch da, beim "Roten" ging die Post ab. Ich brauchte dringend mein Notizbuch um die "borstigen Kerle" irgendwie auf die Reihe zu bringen. Dabei beschäftige ich mich weit im Augenblick weit mehr mit dem Burgunder, als mit den Bordeaux. Ich finde den Pinot Noir spannender, differenzierter, feingliedriger nuancierter als der - generell gesagt - Bordeaux-Blend. Doch, das ist eine andere Geschichte.

So wühlten wir uns durch die verschie-denen Pinots - aus dem anerkennenden Nicken wurde Sympathie, sogar eine kleine Liebe zum einen oder anderen der aufgetischten Weine. Ich werde in meinem "Getrunken" auf den einen oder andern eingehen, wenn ich ihn - wie dies bei "Getrunken" voraus-setzung ist, nicht nur im Degustier Glas habe. Zum Schluss stand dann der "Big Bang" - "Schweizer Schaumwein auf Basis von Pinot Noir, extra trocken" zur Probe an. Der "Bulle von Marthalen" wäre kein ausgezeichneter Wein-Manager, wenn er nicht auch den Verkauf, die Werbung, den Effekt perfekt beherrschen würde, wenn er nicht seine Weinpräsentation auch zum Erlebnis machen könnte. Beim seinem "Secco" war dies der Fall. Die Flasche wurde geköpft. Ich lasse mir dies gerne gefallen, wenn die Weine auch gut sind, wenn sie nicht im künstlichen Nebel einer Show versinken. Thalmanns Weine tun dies nicht. Seine Show ist ein Erlebnis und die Degustation so unterschiedlicher Weine ein Gewinn.

02. Juni 2019

 

Dürfen wir Ihnen einen                           Wucheraufschlag berechnen?

 

Weinpreise im Restaurant:

 

Dazu aufgeschnappt ein Beitrag - sozusagen eine Glosse - im Online-Magazin "Republik".

Le Pin (Bordeaux)    (© Thienpont)
Le Pin (Bordeaux) (© Thienpont)

Über Weinpreise lässt sich streiten, lange. Zu unterschiedlich sind die Wertordnung und damit verbunden der Preis, den man für ein "Genussprodukt" zu zahlen bereit ist, sei es im Restaurant oder auch im Geschäft (beim Weinhändler). Wein ist eben nicht nur ein "Genussmittel", er ist auch Handelsgut, Wertanlage, Prestige-Objekt, Spekultionswert, Kultgegenstand... vielleicht am allerwenigsten "nur" "Genussmittel". Doch all das - und noch einiges mehr - bestimmen den Preis. Zumal viele Weine erst nach Jahren - oft Jahrzehnten - "trinkreif" sind und oft auch lange gelagert werden müssen. Für Weinliebhaber (und Sammler) nichts Neues, mal ein erfreuliches, ebenso oft ein tristes Kapitel. Neun Franken kostet eine Flasche Wein 

durchschnittlich in der Schweiz (dies ist etwa dreimal so viel, wie in anderen,typischen Wein-Ländern). Und dies ist auch etwa der Richtpreis, den "durchschnittlichen" Weinkonsument in der Schweiz für eine Flasche Wein bezahlt. Zumindest orientieren sich die Konsumenten beim Weinkauf an dieser Grösse: Für einen berühmten Wein oder ein bekanntes Weinanbaugebiet ist der "Durchschnittskonsument"  in der Regel bereit deutlich mehr zu bezahlen, für einen "Alltagswein" hingegen weniger. Wo die Grenzen sind, lässt sich kaum ausmachen. Zu unterschiedlich sind - beim Weinkonsum - die eigenen "Wertvorstellungen". Doch eine Flasche Wein, die mehr als 30 Franken kostet, wird von einer über-wiegenden Mehrheit der Weintrinker bereits als "Luxus" taxiert, den man sich meist nur bei festlichen Anlässen "gegönnt"!  Im Restaurant - bei einem üblichen Verkaufsfaktor 3 - kostet dann ein 10-Franken-Wein eben 30 Franken und schwenkt für den Konsumenten bereits ein, in den "Luxus-Bereich". Und ein "Luxuswein" käme - im Restaurant auf dreihundert Franken und mehr. Genau dieses Problem beschäftigt auch mich seit längerer Zeit. Damit bfasst sich auch der Beitrag von Michael Rüegg im Online-Magazin "Republik" , der hier abzurufen ist. Auch ich werde am Thema bleiben und immer wieder darauf zurückkommen.

11, April 2019

 

Önotourismus
(Weintourismus)

 

"Bezeichnung für touristische Aktivitäten, bei denen die landschaftlichen, kulturellen und gastronomischen Merkmale von Weinbaugebieten sowie weinbezogene Aktivitäten im Vordergrund stehen." (Glossar Wein-Plus)

Auf Facebook (in Humor & Videos) gefunden:

"Coq au vin?!" oder 

"Une oeno-touriste comme une autre?"

Deutsche Weininstitut:

"Rund 50 Millionen Menschen reisen jährlich primär wegen des Weines in die deutschen Weinregionen und sorgen dort mit Ausgaben von 5,5 Milliarden Euro für circa 75.000 Arbeitsplätze. Das hat eine wissenschaftliche Untersuchung der Hochschule Geisenheim University und des Deutschen Weininstitut (DWI) ergeben. Insgesamt schafft der Tourismus demnach in den Weinbaugebieten schätzungsweise 412.900 Arbeitsplätze, bei einem Gesamtumsatz von 29,9 Milliarden Euro im Jahr. Rund 13 Prozent aller Touristen bereisen die Regionen gezielt wegen des Weines und besuchen während ihres Aufenthalts ein oder mehrere Weingüter."


06 Januar 2019

 

Was kann man zum Dreikönigskuchen trinken?

 

Dieser weltbewegenden Frage geht das französische Wein-Magazin "Le Guide Hachette de Vin" nach. Nun, es gibt nicht nur den Dreikönigskuchen, sondern je nach Land und Region recht unterschiedliche Formen und Rezepte.

Bei uns ist es vor allem ein Kuchen aus Hefeteig (Hier das Rezept von Betty Bossi)in Frankreich sind es "Les Galettes des rois", Blätterteigkuchen mit Mandelfüllung oder Brioche, mit viel Zucker überstreut oder/und mit kandierten 

Früchten.Mit allen Formen des Dreikönigs- Kuchen ist ein Brauch verbunden, das Tragen der Krone für einen Tag. In einem der Kuchenteige ist eine kleine Figur (meist ein König) eingebacken. Wer diesen in seinem Kuchenteil hat, darf König sein.Bei uns wird der Dreikönigs-Kuchen vor allem am Morgen aufgetischt. Es hat sich aber auch immer mehr der Brauch 

 

durchgesetzt, am Nachmittag oder gar zum Nachtessen aufzustellen, meist als Dessert mit Wein. Doch welcher Wein - welches Getränk - verträgt sich mit dem süssen Kuchen?

Trocken oder gefüllt, viele Dreikönigskuchen sind aus Blätterteig. Dies hinterlässt Spuren von Fett (Butter) an den Fingern und im Gaumen. Der Zucker tritt oft sogar in den Hintergrund. Dies erfordert ein "starkes" Getränk, welches das Fett neutralisiert. Lebhaft, aber nicht trocken, weil der Zucker einen trockenen Wein grün machen würde. Hingegen haben hier Blasen ihren Platz,  weil sie den Eindruck von Lebendigkeit und Leichtigkeit verstärken. Man liegt immer richtig, wenn man ein sprudelndes, sprudelndes Getränk 

Galette des rois
Galette des rois

öffnet, vorausgesetzt es ist leicht oder sogar stark süss. Die Einfachheit des Kuchens verlangt keinen Luxuswein wie Champagner. Dazu aber passt auch Cidre (Apfelwein), vor allem, wenn die Kuchen Apfelfüllung haben. Vorschläge:

Ein Crément aus verschiedenen Regionen (Elsass, Burgund, Jura, Loire). Diese 

Weine sind dem Champagner oft sehr nahe.
Ein Schaumwein von der Loire, ein Vouvray oder ein Montlouis-sur-loire, eventuell ein Saumur (schäumend).

Oder ein Wein nach der Methode "ancestrale", ein clairette de la Tradition, ein Blanquette-de-Limoux oder Gaillac. Es sind aber auch die deutschen Sprudelweine möglich, ein Winzersekt, ein Cava aus Spanien oder ein Prosecco (Italien)

 Château de Monbazillac
Château de Monbazillac

Auch Süssweine sind geeignet. Davon gibt es in allen Ländern und Weinregionen. In der Empfehlung von "Hachette" sind es vor allem französische Weine: Sauternes (Bordeaux), Loupiac, Dadillac, Saint-Croix-du Mont, vor allem aber auch der "königliche" Monbazillac. Dabei sollten die weniger konzentrierten Weine bevorzugen werden, eher mild als süss - und günstiger! 

Den ganzen Artikel von Guide Hachette lesen mit Rezepten und weiteren Tipps.
(Französisch)

27. November 2018

 

Champagner aus England?

 

Natürlich gibt es dies nicht, englischer Champagner! Und doch gibt es ihn, den Champagner aus England. Nur darf er nicht Champagner heissen, sondern wie alles, was nicht aus der Champagne kommt, sich nicht Champagner nennen darf. In diesem Fall, wenn er aus England kommt, "English Sparkling

Coates&Seely (Bezugsquelle Selektion Schwander)
Coates&Seely (Bezugsquelle Selektion Schwander)

Wine". Philippe Schwander (Master of Wine): "Wussten Sie, dass zahlreiche Champagner-firmen im Süden Englands Boden erwerben, um dort Schaumweine herzustellen? Was sehr ungewöhnlich klingt, hat einen triftigen Grund: Das Pariser Becken mit seinen Kreideböden, die den berühmten Champagner erbringen, erstrecken sich bis n ach Südengland. Findige Tüftler prouzieren dort wegen der Klimaerwärmung hervorragende Schaumweine, die mittlerweile neben Champagner bestehen

Der Champagner kommt ausschliesslich aus der Gegend um Reims. "Das Weinbaugebiet Champagne ist das für den Anbau der Grundweine des Champagners zugelassene Gebiet. Es ist nicht mit der administrativen Region Champagne-Ardenne bzw. der historischen Landschaft Champagne identisch, vielmehr umfasst es auch noch in den Regionen Picardie und Île-de-France gelegene Weinberge". 

CC BY-SA 3.0 File:Frankreich 1154-DE.svg
CC BY-SA 3.0 File:Frankreich 1154-DE.svg

Reims war auch seit dem 12 die Stadt, in der die französischen Könige gesalbt und gekrönt wurden. Sie hatte auch  eine hohe symbolische Bedeutung, als es den Franzosen unter Jeanne d’Arc (Hundertjährigen Krieg) gelang, die Engländer, die den Norden des Landes besetzt hatten, zurückzudrängen und Reims zurückzuerobern, wo dann Karl VII. im Jahre 1429 gekrönt werden konnte

Durch die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit dem Heinrich II. (König von England) ging Aquitanien 1154 an die englische Krone. Heinrich II. von England erhob auf weite Teile Frankreichs Anspruch, und es begann der mehr als 100 Jahre lang andauernde Krieg zwischen England und Frankreich. Erst 1453 kam Aquitanien endgültig zu Frankreich zurück..

 

Bedeutende französische Weingebiete wie Bordeaux und die Champagne gehörten also während gut dreihundert Jahren zum englischen Königreich.Der bereits von den Römern in ihrer Provinz Britannien eingeführte Weinbau kam zum Erlahmen, weil sich die Wetterbedingungen als zu kalt und zu feucht erwiesen. Wein wurde also während Jahrhunderten weitgehend aus Frankreich eingeführt. 

Weinberg in Wyken Hall                  (Foto: ....tastes like Wine!
Weinberg in Wyken Hall (Foto: ....tastes like Wine!

Erst in den letzten Jahren kehrte der Weinbau durch die globale Erwärmung in die klimatische Grenzzone von Südengland zurück. 2006 gab es wieder ungefähr 400 Weingärten, von denen die meisten jedoch recht klein sind. (Gesamtfläche ca. 800 Hektar). Probleme bereitet den Weinbauern allerdings das Misstrauen der Finanzinstitute, die kaum Finanzierung durch Kredite ermöglichten. Das könnte sich nun durch den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs rasch ändern, da der Weinbau in England von den Folgen der globalen Erwärmung profitiert und eine großflächige Ausweitung der Rebflächen infolge Deregulierung denkbar ist. "Champagner" (Schaumweine) aus England im europäischen Markt ein Vorzeichen der Entwicklung in der künftigen Rebgeographie?

Link zum Onlinr-Weinmagazin  "...tastes like Wine!"

Englische Exoten (NZZ)

29. September 2018

 

Neue deutsche Weinkönigin: 

Carolin Klöckner (Württemberg)

(Bild: ARD/SWF)
(Bild: ARD/SWF)

Misswahlen sind eigentlich kein Thema auf dieser Website. Mit einer Ausnahme:

die "Krönung" der deutschen Wein-königin. Dieser alte Brauch macht durchaus auch heute noch Sinn. Wird doch auf charmante Art viel Wissen über Wein - vor allem natürlich deutschen Wein - vermittelt. Das zweistündige Finale -  gestern auf SWF übertragen - war nicht nur eine attraktive Show, sondern auch ein kleiner Lehrgang der Weinherstellung und -Vermarktung. Unterhaltend und Informativ.

Hier der Link zur Sendung (Mediathek SWF)

24. Mai 2018

 

Schweizerweine in Deutschland

 

Das Thema kommt immer wieder auf: Trinken die Schweizer all ihre Weine wirklich selber? Die Vermutung liegt nahe, da - unabhängig von allen Exportzahlen - der Eindruck entsteht, Schweizerweine seien ausserhalb der Schweiz kaum oder nur sehr schwer erhältlich. In den neun Jahren, in denen ich auf www.wein-plus.eu, dem grössten deutschsprachigen Netzwerk, 227 Kolumnen zum Thema Wein geschrieben habe, 

war ich fast täglich mit der Frage konfrontiert: "Wo bekomme ich Weine aus der Schweiz?", denn ich habe sehr oft  auch über Schweizerweine berichtet. Aktuell ist auf Facebook - im Forum "Hauptsache Wein", die Frage wiedereinmal aufgetaucht (siehe "Balken" rechts. Dies hat mich angeregt, etwas genauer zu recherchieren. Als erste Adresse wurde Lobensbergs Gute Weine genannt. Natürlich habe ich da blitzschnell "nachgeschlagen" und folgende Information gefunden: "Der uneingeweihte Weintrinker ist sicher erstaunt, dass es gerade aus der nördlichen Schweiz, aus der Bündner Herrschaft, die absolute Spitze der wenigen Weltklasseweine der Schweiz gibt."

Wenige Weltklassenweine in der Schweiz? 

Immerhin findet man bei Lobenbergs gut Weine ein paar interessante Beurteilungen:

"Graubündens Chardonnays und Pinot Noirs, die Reben des Burgund, bringen großartige Ergebnisse von internationaler Klasse. Leider sind die wenigen Top-Winzer klein undelitär, die Weine somit rar, gesucht und eher hochpreisig, was die besten Weine qualitativ jedoch durchaus darstellen können. So verhält es sich auch mit der restlichen Schweiz. Doch für die Juwelen lohnt es sich. Auch die autochthonen Rebsorten wissen zu verblüffen. Basel, Zürich, Waadt und Wallis sind darüber hinaus prädestiniert für Entdeckungstouren. Wer gereiften Chasselas von Bovard oder einen edelsüßen Petite Arvine von Grandseigneurin Chappaz vekosten durfte, bertrachtet Rebsorte und Weinland aus völlig neuem Blickwinkel. Resümee: Was auch für die ganze Schweiz gilt, auch im Wein ist das Beste der Weine sehr fein und sehr edel. Weltklasse!"

Auf der Website werden immerhin 48 Weine angeboten - 26 Rotweine, 22 Weisse - davon allein aus der Bündner Herrschaft 22 Weine. Auf der gleichen Plattform finden wir auch eine kleine Weinschule zu den Top-Rebsorten in der Schweiz. Inzwischen haben sich weitere Quellen für Schweizerweine in Deutschland gemeldet. 
Ich werde hier einige Angebote und Beurteilungen aufnehmen und besprechen.

Dranbleiben, Fortsetzung folgt hier

10. Mai 2018

 

Momentaufnahmen

 

Als Journalist in der Wein- und Genuss-Szene (über 10 Jahre bei Wein-Plus) erlebe ich immer wieder, wie sehr Weinkommentare vom Augenblick abhängig - also so etwas wie Momentaufnahmen sind. 

Im August 2017 schrie ich über den Wein "ZWAA 2015" : "Er wird meist gekauft, um ihn für ein paar Jahre in den Keller zu legen, was sich - nach meinen Erfah-rungen - lohnt." (Besprechung hier). Nun liegt der Wein noch kein Jahr länger im Keller. Als er gestern auf den Tisch kam, unser spontaner Kommentar: "Bedeutend reifer!" Ist dis möglich, nach nur 9 Monaten? Oder ist unsere Wahrnehmung eine andere? Anderes Wetter, andere Umstände, andere Erwartungen, anderes Essen... Jedenfalls wird uns einmal mehr bewusst, dass jede Weinbesprechung im Grunde genommen ein Momentaufnahme ist.

05. April 2018

 

Wein des Tages

 

Eine kleine Spalte nur, ein kleines Bild, die Meinung eines Weinliebhabers, ein salopper Spruch, die Links zum Wein, zum Weingut, zur Autorin, zum Autor, das findet man jeden Tag hier auf der Frontseite meine Homepage. Entstanden ist sie vor bald drei Jahren, einzig aus dem Bedürfnis Meinungen,

Empfehlungen, Hinweise, Erlebnisse von Weinliebhabern weiterzugeben.  Inzwischen sind es weit über 600 Weine, die hier aufgenommen wurden. Einziges Kriterium: Ein Autor oder eine Autorin, denen ich vertraue, einen Wein, den ich ähnlich beurteile und Unbekanntes (Neue Weingebiete, wenig bekannte Rebsorten, Experimente in Rebbau und in Keller). .

Für mich wurde diese kleine Spalte ein Lehrstück in Sachen Wein. Viele der Weine habe ich auf Grund der Empfehlungen 


gekauft, in Restaurants probiert, beurteilt, bewundert, beschrieben... Vor allem aber habe ich Neues kennengelernt.  Die oft so enge "Weinsicht" erweitert und viele Scheuklappen abgelegt. Zum Beispiel auch heute, bei der mir kaum bekannten autochthonen Rebsorte Traubenschwarz (siehe Bild oben). Ich werde mich damit beschäftigen und bestimmt bald hier darüber schreiben.