Weingeflüster

28. November 2018

 

Champagner aus England?

 

Der Champagner kommt ausschliesslich aus der Gegend um Reims. "Das Weinbaugebiet Champagne ist das für den Anbau der Grundweine des Champagners zugelassene Gebiet. Es ist nicht mit der administrativen Region Champagne-Ardenne bzw. der historischen Landschaft Champagne identisch, vielmehr umfasst es auch noch in den Regionen Picardie und Île-de-France gelegene Weinberge". 

 

CC BY-SA 3.0 File:Frankreich 1154-DE.svg
CC BY-SA 3.0 File:Frankreich 1154-DE.svg

Reims war auch seit dem 12 die Stadt, in der die französischen Könige gesalbt und gekrönt wurden. Sie hatte auch  eine hohe symbolische Bedeutung, als es den Franzosen unter Jeanne d’Arc (Hundertjährigen Krieg) gelang, die Engländer, die den Norden des Landes besetzt hatten, zurückzudrängen und Reims zurückzuerobern, wo dann Karl VII. im Jahre 1429 gekrönt werden konnte

Durch die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit dem Heinrich II. (König von England) ging Aquitanien 1154 an die englische Krone. Heinrich II. von England erhob auf weite Teile Frankreichs Anspruch, und es begann der mehr als 100 Jahre lang andauernde Krieg zwischen England und Frankreich. Erst 1453 kam Aquitanien endgültig zu Frankreich zurück..

 

Bedeutende französische Weingebiete wie Bordeaux und die Champagne gehörten also während gut dreihundert Jahren zum englischen Königreich.Der bereits von den Römern in ihrer Provinz Britannien eingeführte Weinbau kam zum Erlahmen, weil sich die Wetterbedingungen als zu kalt und zu feucht erwiesen. Wein wurde also während Jahrhunderten weitgehend aus Frankreich eingeführt. 

Weinberg in Wyken Hall                  (Foto: ....tastes like Wine!
Weinberg in Wyken Hall (Foto: ....tastes like Wine!

Erst in den letzten Jahren kehrte der Weinbau durch die globale Erwärmung in die klimatische Grenzzone von Südengland zurück. 2006 gab es wieder ungefähr 400 Weingärten, von denen die meisten jedoch recht klein sind. (Gesamtfläche ca. 800 Hektar). Probleme bereitet den Weinbauern allerdings das Misstrauen der Finanzinstitute, die kaum Finanzierung durch Kredite ermöglichten. Das könnte sich nun durch den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs rasch ändern, da der Weinbau in England von den Folgen der globalen Erwärmung profitiert und eine großflächige Ausweitung der Rebflächen infolge Deregulierung denkbar ist. "Champagner" (Schaumweine) aus England im europäischen Markt ein Vorzeichen der Entwicklung in der künftigen Rebgeographie?

Link zum Onlinr-Weinmagazin  "...tastes like Wine!"

Englische Exoten (NZZ)

29. September 2018

 

Neue deutsche Weinkönigin: 

Carolin Klöckner (Württemberg)

(Bild: ARD/SWF)
(Bild: ARD/SWF)

Misswahlen sind eigentlich kein Thema auf dieser Website. Mit einer Ausnahme:

die "Krönung" der deutschen Wein-königin. Dieser alte Brauch macht durchaus auch heute noch Sinn. Wird doch auf charmante Art viel Wissen über Wein - vor allem natürlich deutschen Wein - vermittelt. Das zweistündige Finale -  gestern auf SWF übertragen - war nicht nur eine attraktive Show, sondern auch ein kleiner Lehrgang der Weinherstellung und -Vermarktung. Unterhaltend und Informativ.

Hier der Link zur Sendung (Mediathek SWF)

24. Mai 2018

 

Schweizerweine in Deutschland

 

Das Thema kommt immer wieder auf: Trinken die Schweizer all ihre Weine wirklich selber? Die Vermutung liegt nahe, da - unabhängig von allen Exportzahlen - der Eindruck entsteht, Schweizerweine seien ausserhalb der Schweiz kaum oder nur sehr schwer erhältlich. In den neun Jahren, in denen ich auf www.wein-plus.eu, dem grössten deutschsprachigen Netzwerk, 227 Kolumnen zum Thema Wein geschrieben habe, 

war ich fast täglich mit der Frage konfrontiert: "Wo bekomme ich Weine aus der Schweiz?", denn ich habe sehr oft  auch über Schweizerweine berichtet. Aktuell ist auf Facebook - im Forum "Hauptsache Wein", die Frage wiedereinmal aufgetaucht (siehe "Balken" rechts. Dies hat mich angeregt, etwas genauer zu recherchieren. Als erste Adresse wurde Lobensbergs Gute Weine genannt. Natürlich habe ich da blitzschnell "nachgeschlagen" und folgende Information gefunden: "Der uneingeweihte Weintrinker ist sicher erstaunt, dass es gerade aus der nördlichen Schweiz, aus der Bündner Herrschaft, die absolute Spitze der wenigen Weltklasseweine der Schweiz gibt."

Wenige Weltklassenweine in der Schweiz? 

Immerhin findet man bei Lobenbergs gut Weine ein paar interessante Beurteilungen:

"Graubündens Chardonnays und Pinot Noirs, die Reben des Burgund, bringen großartige Ergebnisse von internationaler Klasse. Leider sind die wenigen Top-Winzer klein undelitär, die Weine somit rar, gesucht und eher hochpreisig, was die besten Weine qualitativ jedoch durchaus darstellen können. So verhält es sich auch mit der restlichen Schweiz. Doch für die Juwelen lohnt es sich. Auch die autochthonen Rebsorten wissen zu verblüffen. Basel, Zürich, Waadt und Wallis sind darüber hinaus prädestiniert für Entdeckungstouren. Wer gereiften Chasselas von Bovard oder einen edelsüßen Petite Arvine von Grandseigneurin Chappaz vekosten durfte, bertrachtet Rebsorte und Weinland aus völlig neuem Blickwinkel. Resümee: Was auch für die ganze Schweiz gilt, auch im Wein ist das Beste der Weine sehr fein und sehr edel. Weltklasse!"

Auf der Website werden immerhin 48 Weine angeboten - 26 Rotweine, 22 Weisse - davon allein aus der Bündner Herrschaft 22 Weine. Auf der gleichen Plattform finden wir auch eine kleine Weinschule zu den Top-Rebsorten in der Schweiz. Inzwischen haben sich weitere Quellen für Schweizerweine in Deutschland gemeldet. 
Ich werde hier einige Angebote und Beurteilungen aufnehmen und besprechen.

Dranbleiben, Fortsetzung folgt hier

10. Mai 2018

 

Momentaufnahmen

 

Als Journalist in der Wein- und Genuss-Szene (über 10 Jahre bei Wein-Plus) erlebe ich immer wieder, wie sehr Weinkommentare vom Augenblick abhängig - also so etwas wie Momentaufnahmen sind. 

Im August 2017 schrie ich über den Wein "ZWAA 2015" : "Er wird meist gekauft, um ihn für ein paar Jahre in den Keller zu legen, was sich - nach meinen Erfah-rungen - lohnt." (Besprechung hier). Nun liegt der Wein noch kein Jahr länger im Keller. Als er gestern auf den Tisch kam, unser spontaner Kommentar: "Bedeutend reifer!" Ist dis möglich, nach nur 9 Monaten? Oder ist unsere Wahrnehmung eine andere? Anderes Wetter, andere Umstände, andere Erwartungen, anderes Essen... Jedenfalls wird uns einmal mehr bewusst, dass jede Weinbesprechung im Grunde genommen ein Momentaufnahme ist.

05. April 2018

 

Wein des Tages

 

Eine kleine Spalte nur, ein kleines Bild, die Meinung eines Weinliebhabers, ein salopper Spruch, die Links zum Wein, zum Weingut, zur Autorin, zum Autor, das findet man jeden Tag hier auf der Frontseite meine Homepage. Entstanden ist sie vor bald drei Jahren, einzig aus dem Bedürfnis Meinungen,

Empfehlungen, Hinweise, Erlebnisse von Weinliebhabern weiterzugeben.  Inzwischen sind es weit über 600 Weine, die hier aufgenommen wurden. Einziges Kriterium: Ein Autor oder eine Autorin, denen ich vertraue, einen Wein, den ich ähnlich beurteile und Unbekanntes (Neue Weingebiete, wenig bekannte Rebsorten, Experimente in Rebbau und in Keller). .

Für mich wurde diese kleine Spalte ein Lehrstück in Sachen Wein. Viele der Weine habe ich auf Grund der Empfehlungen 


gekauft, in Restaurants probiert, beurteilt, bewundert, beschrieben... Vor allem aber habe ich Neues kennengelernt.  Die oft so enge "Weinsicht" erweitert und viele Scheuklappen abgelegt. Zum Beispiel auch heute, bei der mir kaum bekannten autochthonen Rebsorte Traubenschwarz (siehe Bild oben). Ich werde mich damit beschäftigen und bestimmt bald hier darüber schreiben.