Literatur Karl May: Neuerscheinungen - Teil 3

27. März 2021

 

May-nungen
Karl May Club Österreich
Nummer 15 / 2021

 

Wie immer - auch bei der 15 Ausgabe von May.nungen", beschränke ich mich auf einen Überblick der präsentierten Themen. Ab und zu weise ich auf das Ratespiel hin, das selbst für "Insider" nicht immer ganz einfach ist. Oder auf die Rubrik "Karl May entkommt man nicht" mit wesentlichen Anregungen zu "meinem" Lieblingsthema "Karl May im öffentlichen Bewusstsein."  Diesmal haben

mich die Gedanken zu einem Buch besonders angesprochen, das ich vorerst einmal nicht mit Karl May in Verbindung gebracht hätte, Ich finde, solche Art des Gesprächs und der Hinweise sind wichtiger, als die x-hunderte von Bildern aus dem Filmen der 60er Jahr. Karl May und das wilde Luristan" heisst das Kapitel, das sofort an Karl Mays"Durchs wilde Kurdistan" erinnert.

Weiter in dem 55-seitigen Heft:

  • Elisabeth Kolb: Sterben in den Bergen - mit Karl May (S.9)
  • Sr. Mirjam Dinkelbach: Karl-May-Preis für interkulturelle Verständigung Teil XII, (S.14)
  • Hubert Havlicek: Balduin Möllhausen und Karl May (S.17
  • Elisabeth Kolb: Karl May und der "Rote Baron" (S.19)
  • Elisabeth Kolb: Ein Leckerbissen für Filmfreunde - Rezension (S.20)
  • Anton H. Paschinger: Als ich Winnetou traf... (S.22)
  • Sr. Mirjam Dinkelbach: Blutsbrüder-Inventur II - David und Johnathan  (S.24)
  • Sr. Mirjam Dinkelbach: Suchen und Finden - eine Mayditation (S.28)
  • Elisabeth Kolb: May in Müllheim an der Ruhr  (S.30)
  • Gabriele Hasmann: Karl May in "Prominente Geis"  (S.31)
  • Günther Jontes: Karl May in "Kurioses aus der Steiermark" (S.40)
  • -Günther Jontes: Karl May entkommt man nicht (S.44)
  • Günther Jontes: Preisrätsel "Personen um Karl May"  (S.48)
  • Günther Jontes: Buchveröffentlichung - Vorankündigung (S.54)
  • Günther Jontes: Ausflugstipp für Wiener Karl-May-Freunde  (S.54)

01. Juni 2021

 

Neuerscheinung:

 

Karl-May-Sammelbilder
3. Band

von Alexander Brandt

 

Der österreichische Sammler Alexander Brandt ist wohl der beste Kenner der Bilderwelt im Karl-May-Kosmos vor den legendären Karl-May-Filmen der 60er Jahre. Da hatten die Gestalten in den erdachten Abenteuern von Karl May noch ganz andere Gesichter. Sie lebten in einer andern, weit mehr direkt aus den Geschichten entwickelten Welt. Die gezeichneten, gemalten und erdachten Bilder waren die eigentlichen Stars dieser Welt, nicht Schauspieler, welche später in der Szenerie Platz genommen fast uneingeschränkt Platz genommen haben. Diese Bilderwelt stand - bis weit in die 60er Jahre - auch im Mittelpunkt des Interesses jener Sammler, die sich von der Werbung mit Karl-May-Themen begeistern, führen, ja sogar verführen liessen. Hier die drei Bände:

In diesem dritten - letzten - Band der gezeichneten und gemalten Sammlerbilder schrieb der Verfasser: "Diese Bibliographie soll den Sammlern helfen, sich in der grossen Welt der Karl-May-Sammlerbilder zurechtzufinden.Ich habe versucht all die Vielfalt der Bildausgaben  und Alben hier darzustellen und auch Querverbindungen aufzuzeigen." Dies ist ihm eindeutig gelungen. Was hier bildlich gezeigt und an Wechselwirkungen in der Werbung mit der Karl-May-Welt erklärt wird, hat sich spätestens mit diesem dritten Band zur unverzichtbaren Enzyklopädie der Karl-May-Sammlerbilder entwickelt. Interessant nicht nur für "Bildchensammler" einer "vergangenen Welt."

Über  die ersten beiden Bände habe ich schon vor zwei Jahren berichtet;

https://sammlerfreak.ch/karl-may-2/neueingänge-12/#DokumentationKMBilder

15. Mai 2021

 

Neuerscheinungen:

 

Nicolas Finke / Reinhard Marheinecke

 

Karl May auf der Bühne
Band 1

 

2021, Karl-MayVerlag, Bamberg/Radebeul

Format: 21,0 x 29,7 cm, Hardcover,
Deckelbild: Torsten Greis. ISBN 978-3-7802-0143-0
400 Seiten

"Dem Phänomen der zahlreichen Karl-May-Inszenierungen widmet sich die auf drei Bände ausgelegte Buchreihe „Karl May auf der Bühne“. Band 1 behandelt unter anderem die Erfolge von Rathen vor und während des Zweiten Weltkriegs, die Story der Karl-May-Spiele Bad Segeberg und die Geschichte der Karl-May-Stücke auf der Naturbühne Blauer See in Ratingen, wo über Jahrzehnte die Karl-May-Festspiele Elspe gastierten. Kapitel zu frühen Dramatisierungen in den 1930er- und 1940er-Jahren sowie über zahlreiche weitere Festspiele, die bis zum Beginn der Karl-May-Filmwelle der 1960er-Jahre entstanden, runden diesen Band ab."

Diese prächtige Ausgabe ist wohl die wichtigste Karl-May-Publikation (A-4 Format, Umfang 400 Seiten und etwa 500 Bilder und Dokumente) des Jahres. Vor allem, wenn (im Herbst) auch der zweite Band erscheint. Geplant ist sogar ein dritter Band.

Hier ein Interview mit dem Karl May Forscher und Mitautor des grundlegenden Werks. Nicolas Finke, in der Rubrik "Stadtleben" im Stadtmagazin "in.münchen"..
Eine ausführliche Würdigung folgt hier später.

25. April 2021

 

Neuerscheinung:

 

Michael Châtain

Das "neue" grosse Karl May
Filmbuch

 

Vom Silbersee zum Tal der Toten

2017, Medien Publikations- und Werbegesellschaft.  
Hille (MPW), ISBN 978-3942621-32-8, 520 Seiten, Neuauflage, Gewicht 2,7 kg

 

Es dürfte eines der "gewichtigsten" Bücher in meiner Karl-May-Sammlung sein, zumindest dem Gewicht nach. Ein Bilderbuch und Nachschlagewerk. Bereits ein Neudruck der 2017

erschienenen zweiten, ergänzten Auflage des 2012 erstmals erschienenen Buchs: "Das vorliegende Material von Werbemittel der unterschiedlichsten Art wurde bisher in dieser Komplexität und Fülle den filmbe-geisterten Lesern der Erstauflage in gedruckter Form präsentiert. Aber mit dieser Neuauflage gehen wir auch noch ein wenig weiter, tiefer in die Herstellung, erleben hautnah aus den Beschreibungen unmittelbar Beteiligter den Entstehungs-prozess."
Natürlich ist auch die Erstauflage von 2012 in meiner Sammlung. Der Band (siehe 

links) ist längs vergriffen und auch in Antiquariaten kaum mehr aufzutreiben. Wenn man ihn findet, dann kostet er heute rund das Doppelte von einst. Das "neue" Filmbuch ist mehr als eine Wiederauflage, es ist eine Ergänzung mit vielen, vor fünf Jahren noch unbekannten Film-materialien und Forschungsergebnisse. Einige Themen wurden in der Erstauflage nur gestreift. Zudem gibt es eine Reihe von Making-Of-Fotosm, die zuvor noch nie in gedruckter Form vorlagen. "Auch die Drehorte-Fans kommen nicht zu kurz". Selbst die Neuauflage von Winnetou - "Winnetou - der Mythos lebt" (2016) wird ausführlich besprochen und mit bisher unveröffentlichtem Bild- und Textmaterial ergänzt.

23. April 2021

 

Neuerscheinung:

 

Rolf Kamradek

Karl May - Der Traum vom Fliegen

 

Ein Schau- und Hörspiel in 35 Szenen geschrieben zum 175. Geburtstag des Dichters im Jahre 2017

2019, Seemann Publishing

135 Seiten. ISBN 97810993 643510

 

Das Leben von Karl May - dramaturgisch in ein Theater "verkleidet" - scheint in Mode zu sein. In der letzten Zeit entstanden mehrere Inszenierungen, zumindest auf dem Papier. Auf der grossen Bühne (erfolgreich) im sächsischen Staatstheater aufgeführt wurde "Der Phantast", Leben und Sterben des Dr. Karl May, von Jan Dvořák (Premiere 2017).

Autor Dr. Rolf Kamradek     (Bild: autorengruppe-colibri.de)
Autor Dr. Rolf Kamradek (Bild: autorengruppe-colibri.de)

Etwas früher (2014) auf der kleinen Bühne der im Theater im Bunker Semper-Oper in Dresten, das einstündige Musiktheater " „Karl May, Raum der Wahrheit“. in Mödling, das Stationentheater "Karl MayBe. Mit Schmetterhand und Silberbüchse“ (2018).Jetzt also ein "Schau- und Hörspiel in 35 Szenen" von Rolf Kamradek, dass in zwar Bad Segeberg vorgetragen, aber noch nie inszeniert wurde. Das Manuskript ist jetzt als Buch erschienen, unter dem Titel "Der Traum vom Fliegen". Es sind weniger die Fakten, die ja alle längst bekannt sind, als die neuen Zusammenstellungen und Begegnungen in den einzelnen Stücken, die ganz unterschiedliche Akzente setzen. Interessant ist an der Version von Rolf Kamradek die abschliessenden satirischen Essays in Form von zwei Briefen: "Karl May an Reich-Ranicky" und "Winnetou an Karl May"

Mehr zu Autor und Inhalt.

17. Januar 2021

 

Roman Odermatt

 

Die Kriegerinnen von Taqali
Abenteuerroman

 

2020, Eigenverlag, 223 Seiten
ISBN 987-3-033-08160-4

 

Ein Abenteuerroman, der sich klassischen Mustern bedient: Aufbruch in eine gefährliche Welt, Mythen, Prüfungen, Verrat, Treue, historischer Rahmen, kultische und sogar erotische Anleihen… Und er bringt das, was ein Abenteuerroman zu bringen hat: Spannung und eine unglaublich unwahrscheinliche Geschichte, angesiedelt im Sudan, genauer im kleinen Königreich Taqali, das unter dem «Mahdi-Aufstand» (1881-1899) zu leiden hatte. Wer weiss heute noch wer der «Mahdi» und was sein «Aufstand» waren. Es sind hierzulande wohl nur noch die eingefleischten Karl-May-Freunde, denen der Namen und der Begriff nicht allzu fremd ist. Hat doch Karl May 1991-93 die Reiseerzählung «Der Mahdi» geschrieben, einen Fortsetzungsroman, der später in Buchform als «Trilogie» erschienen ist.

Tatsächlich ist der neue Roman, das Geschehen rund um die Prinzessinnen von «Taqali», in diesem Bereich anzusiedeln, ohne aber Figuren und Abenteuer der Karl-May-Erzählung zu übernehmen. Es ist eine «Neuerfindung» im Stil, besser noch. Im Gedenken an Karl May.

Das Buch hat mit Karl May direkt nichts zu tun - oder doch? Der Autor sagt:  selber: "Ein Abenteuerroman, den Karl May verschlungen hätte". Da bin ich nicht ganz sicher. Ich glaube eher, er hätte ihn (und mit ihm den Autor) "zur Schnecke gemacht." Dieses "Machwerk" mit dem "grossen" Karl May in Verbindung zu bringen wäre für den "Mayster" wohl eine Zumutung und für viele "Karl-May-Freunde" heute auch. Was ist es denn, dieser Abenteuerroman à la Karl May? Es ist ein Pastiche, ein bewusstes und gewolltes Übernehmen von Elementen (Geschichte, Stil, Figuren oder Themen etc.) eines vorangehenden Autors, in diesem Fall von Karl May. Dies kann eine Satire, eine Parodie oder eine Hommage sein. In diesem Fall ist es - nach Aussage des Autors - eine Hommage, gewachsen aus der Begeisterung für Karl May und sein Kosmos. Solche "Anlehnen" an bereits geschaffenes sind immer schwierig und "gefährlich". Die *Reingläubigen" (die an einen früheren Autor oder ein Werk gebunden sind) verurteilen in der Regel solches tun (oder halten sich das Neue vom Leibe), konziliantere Leser und Leserinnen stellen dauernd Vergleiche an und versuchen Parallelen zu ziehen: gelungen, missraten, ärgerlich, toll...Dabei sind Pastiche-Romane ein ganz wichtiges Indiz dafür, ob ein Autor, eine Autorin "noch im Gespräch ist". Wichtig (und ein Gradmesser) für das öffentliche Bewusstsein. Die Pastiche-Werke gehören deshalb auch in Sammlung, die sich mit mit Karl May und "seiner Welt" befasst.

Das Abenteuer von Roman Odermatt - es ist sein dritter Roman - ist als Crowdfunding entstanden. Der Autor erzählt, wie es dazu gekommen ist (Video links). Eine subjektive  Rezension des Romans ist in der Rubrik "Gelesen" auf dieser Website zu finden.


15. Dezember 2020

 

Jahrbuch der Karl May Gesellschaft
2020

 

Herausgegeben von Claus Roxin, Florian Schleburg, Helmut
                                         Schmiedt, Haartmut Vollmer und Johannes Zeilinger 
2020, Hansa Verlag, Husum, 368 Seiten, ISBN 978-3-941629-26-4

 

"Im 51. Jahr ihres Bestehens legt die Karl-May-Gesell-schaft ihr 50. Jahrbuch vor. Redaktionsmitglied Roy Dieckmann blickt in einer ausführlichen Chronik auf Geschichte und Geschicke des Periodikums zurück Im Mittelpunkt des Bandes stehen einige der Vorträge des Mainzer Jubiumskongresses:

Der langjährige Vorsitzende Johannes Zeilinger stellt Karl May in den Zusammen-hang der deutschen Orientrezep-tion, die sich zwischen ästhetischer Idealisierung, wissenschaftlichem Aufbruch und kolo-nialen Gelüsten bewegte. Florian Schleburg untersucht den respektvoll interessierten, aber auch spielerisch sich verselb-ständigenden Umgang des Autors mit der islamischen Überlieferung. Malte Ristau vergleicht die Darstellung der europäischen Auswanderung in Mays Erzählwelt mit den historischen Fakten. Stephan Lesker arbeitet die Bedeutung eines würdigen Totengedenkens für Werk und Leben heraus. Lutz Hagestedt abstra-hiert aus der bunten Vielfalt der Texte strukturelle Grundbausteine der literarischen Komposi-tionstechnik, und Micky Remann sucht nach einem Berührungs-punkt zwischen May und seinem unkonventionellen Zeitgenossen Paul Scheerbart. Ausserdem legt Wemer Thiede die Hypothese vor, dass sich die zahllosen Sprach- und Sinnent-stellungen in den Erstausgaben der Kolportageromane durch mündliches Diktieren in der Setzerwerkstatt erklären und Rudi Schweikert prüft das Fachwissen des skurrilen Paläontologen Dr. Morgenstern aus dem "Vermächtnis des Inka". Ralf Gehrke schliesslich präsentiert einen Quellentext von weit über die May-Forschung hinausreichender Bedeutung, der hier erstmals voll ständig in deutscher Übersetzung veröffentlicht wird: Der 1935 in der Tschechoslowakei erschienene Zeitschriftenbeitrag des sogenannten "Brünner Anonymus" enthüllte recht unrühmliche Einzelheiten aus dem Vorleben des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und setzte auch das Gerücht in die Welt, dass Hitler, damals mittel- und erfolgloser Maler, in geliehenen Stiefeln Mays Wiener Vortrag über die ethische Veredelung der Menschheit besucht habe - eine tragikomische Vorstellung, die angesichts des Befundes eine hohe Wahrscheinlichkeit gewinnt. Für die Jahresberichte über das Nachleben Karl Mays in Wissenschaft, Medienwelt und (Karl-May-Gesellschaft zeichnen neben Helmut Schmiedt diesmal Roy Dieckmann und der neue Schriftführer Gunnar Sperveslage verantwortlich."

02. Dezember 2020

 

May-nungen

 

Karl May Club Österreich
Nummer 14 / 2020

"May-Nungen" erscheint bei Bedarf und beinhaltet Informationen zu den Tätigkeiten des KMCÖ, Neuigkeiten zu Leben und Werk Karl Mays sowie Aktuelles aus der Karl-May-Szene. 

Aus dem Inhalt:

  • Lorenz Hunziker:
    Antworten zu "A grausliche Geschicht"    (S. 9)
  • Sr. Mirjam Dinkelbach:
    Karl-May-Preis für interkulturelle 
    Verständigung Teil XI  (S. 16)
  • Karl-Heinz Becker:
    Das Mai-Wunder  (S. 19)
  • Joachim Schüring:
    Der falsche Doktor  (S. 25)
  • Eva Denner:
    Karl May in St. Pölten  (S. 31)
  • Ger Tielen:
    Die Karl May Vereinigung für die Niederlande und Belgien  (S. 34)
  • Elisabeth Kolb:
    Karl May für Greehorns - Rezension   (S. 39)
  • Elisabeth Kolb:
    Zwischen Heldenverehrung und Peinlichkeit - Rezension  (S.41)
  • Elisabeth Kolb: Winnetou in Bayern - auf bayrisch  (43)
  • Monika Seres:
    Der Ölbrinz in Winzendorf   (S.46)
  • Hubert Havlincek:
    Aus alten Katalogen:  (S. 48)
  • Peter Baldia:
    In Memoriam _ Leonhard "Buschi" Putzgruber  (S. 51)
  • Eva Denner:
    Essen in Corona-Zeiten - mit Karl May (Preisrätsel)  (S. 54)
  • Sr. Mirjam Dinkelbach:
    Sonnenblumen - eine Mayditation  (S. 56)
    Leseratten werben Leseratten  (S.58)
    Karl May entkommt man nicht   (S.59)      

23. Oktober 2020

 

Neuerscheinung:

 

Karl May

Am Hancockberg

 

Fantastische Geschichten mit Winnetou,
Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi...

Herausgegeben von Hartmut Wörner

2020, Verlag der Nation, Husum

506 Seiten, ISBN 978-3-373-00540-7

Mit Textillustrationen aus der Zeit Karl Mays und Bildtafeln von Lars Noah.

Ein neues Buch von Karl May, von einem Schriftsteller, der vor 108 Jahren gestorben ist? Nein, eine Anthologie, das heisst eine Sammlung ausgewählter Texte in Buchform, eine vom Herausgeber (Hartmut Wörner) verantwortete Publikation. Der Grundgedanke: "Karl May (1842-1912) ist einer der begnadetsten fantastischen Erzähler der deutschen Literatur. Er erfand legendäre Helden wie Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Bei der Lektüre dieser Anthologie taucht man in die spannenden und anrührenden Ereignisse rund um den gewaltsamen Tod des legendären Apachenhäuptlings Winnetou ebenso ein wie in ein Zuchthaus des 19. Jahrhunderts, wo die Häftlinge zur „Nummer“ degradiert sind. Mit Mays Helden strandet man auf einer Südsee-Insel und befreit einige Buchseiten danach eine geheimnisumwitterte spirituelle Meisterin aus einem einsam gelegenen Turm in den kurdischen Bergen. Bei diesen und weiteren Abenteuern rund um den Erdball ist spannende und niveauvolle Unterhaltung garantiert. Dieses mit zahlreichen zeitgenössischen Textillustrationen und Tafeln des Geraer Künstlers Lars Noah reich bebilderte Buch lädt ein zum (Wieder)Entdecken eines unsterblichen Geschichtenerzählers und Fantasten." Weiterlesen hier

Das Anliegen dieser ausgezeichneten Anthologie: Jener Schriftsteller Karl May in den Mittelpunkt zu rücken, der heute noch - mehr als hundert Jahre nach seinem Tod - gelesen werden kann, darf und muss. Hartmut Wörner, der Verfasser dieser spannenden "Blütenlese", kennt das Problem. Er ist Geschäftsführer der literarischen Karl-May-Gesellschaft und erlebt den Interesse- und Mitglieder-Schwund hautnah. Seine Analyse der Situation ist nicht ermutigend. Karl May und viele seiner Schöpfungen rutscht immer mehr in die Vergessenheit. Nicht ganz zu Unrecht,

(Bild: Tuschzeichnung von Lrs Noah)
(Bild: Tuschzeichnung von Lrs Noah)

ldenn einige seiner vielen Werke sind nur noch im historischen Kontext - im Umfeld der Kultur, des Wissens und des Bewusstseins des auslaufenden 19. Jahrhunderts - zu lesen, zu verstehen. Und da macht Hartmut Wörner einen wichtigen, entscheidenden Schritt. Er stellt Originaltexte in einem Buch zusammen, die als zeitlose Mythen heute noch gelesen und verstanden werden. Sein Fehler - in seinem durchaus gelungenen Bemühen - liegt im Umfang des Buchs. Mehr als 500 Seiten und das in einer Zeit, wo das Lesen - vor allem bei der jungen Generation - immer ausgeprägter auf Twitterformat schrumpft. Auch der Titel des Buchs "Am Hancockberg" ist für einen Nicht-Karl-May-Kenner wenig verständlich. (Es ist der Ort, wo Winnetou starb.) Zwar fasst er einen grossen Mythos zusammen, aber leserfreundlich?

Inhalt:

Der Geschichtenerzähler Karl May S.7
1.     "Ave Maria" (Winnetous Tod)  S.9
2.     Der Kutb                               S.111
3.     Des Kindes Ruf                     S.165
4.     Mutterliebe                            S. 201
5.     Tui Fanua                              S. 237
6.     Der Brodnik                           S.269
7.     Ein Rätsel                             S.321
8.     Bei den Aussätzigen              S.461
9.     Freuden und Leiden eines
        Vielgelesenen                        S.473
"Als Zugang in die bunte May'sche Welt versammelt "Am Hanockberg" spannende Abebenteuer, die die legengären Helden rund um dn Globus erleben." (Hartmut Wörner)

27. September 2020

 

Reinhard Marheinecke

 

Die Tramps vom Kansas River

Ein neuer Roman mit Winnetou und
Old Shatterhand

                                                2020, Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul, 310 Seiten
                                                ISBN 978-3-7802-0133-1

Richard Marheinecke hat mehr als vierzig neue Winnetou-Romane geschrieben. Er ist ein Vielschreiber, der mit Figuren von Karl May, vor allem Winnetou und Old Shatterhand, immer wider neue Abenteuer erfindet und in einem zeitgemässen Karl-May-Stil ein eigenes literarisches Werk geschaffen hat. Seit der Veröffentlichung von „Die Jagd des Old Shatterhand“ (1994)

kehrt er immer wieder zu den zwei Karl-May-Helden zurück. "Die Tramps von Kansas River" ist sein neustes Winnetou-Buch und ist in der "Pastiche-Reihe" des Karl-May-Verlags soeben erschienen.

Das Wort "Pastische" (Nachahmung) bezeichnet ein Werk (literarisch, musikalisch, filmisch etc.), das offen das Werk eine vorangehenden Autors imitiert. "Die Art der Imitation kann entweder von Hochachtung oder von Satire geprägt sein. Von der Fälschung unterscheidet es sich dadurch, dass es seine Epigonalität offen deklariert." (Quelle:  wikipedia) Im Bereich Karl May gibt es eine ganze Reihe von (unterschiedlichen Pastische-Werke aus verschiedenen Epochen und von verschiedenen Autoren. Richard Marheinecke gehört zu den wohl kreativsten und vor allem produktivsten. In meiner Sammlung sind bisher etwa 10 Werke, die man diesem Bereich zuordnen kann. Dies ist das erste Werk von Reinhard Marheinicke. Ich werde diese Sparte in der Sammlung nun allmählich ergänzen und in der Rubrik Neu in der Sammlung beschreiben.

21. September 2020

 

Neuerscheinung:

 

Lagerfeuer Der Skalp von Ribannas Mörder ist mein!

 

Warum will Winnetou den Skalp von Parranoh?

 

Neue, vollständig überarbeitete Auflage des ersten "Lagerfeuers" ( März 1913), der Publikation von Lorenz Hunziker im Schweizer Karl May-Freundeskreis.

Es sind nun - man zähle selber nach - elf Ausgaben der etwa 20 Seiten umfas-senden Publikation "Lagerfeuer" erschienen. Von der ersten Ausgabe - hier mit "Ausverkauft" markiert - gibt es nun eine überarbeitete Neuauflage. Es sind also eigentlich jetzt schon 12 Ausgaben ind der Reihe des "Schweizer Karl May Freundeskreises. Die meisten hat Lorenz Hunziker verfasst. Der Text dieser ersten (neuen) Ausgabe wurde soeben auch in den "Mitteilungen" (Nummer 205, vonm September 2020) der KMG (Karl-May-Gesellschaft) übernommen. Damit erhält die Pubikation von Lorenz Hunziker noch einen weit grösseren Leserkreis und auch mehr Beachtung. Eine verdiente Aner-kennung für die unermüdliche Arbeit von Lorenz in Sachen Karl May.

24. August 2020

 

Neuerscheinung:

 

Karl May

L'Héritage de l'Inca

 

Übersetzung:Steliana Pujolras

2020, Edition Post-Scriptum

440 Seiten, ISBN 979-10-94605-20-2

 

Übersetzungen von Karl-May-Werken gibt es etwa in 45 Sprachen (wenn man Dialekte und Kunstsprachen dazu rechnet). Französisch zählt sogar zu den Sprachen, in die Karl-May-Bücher am häufigsten übersetzt wurde. Doch es ist kein Geheimnis, dass Karl May in Frankreich heute ein kümmerliches Dasein fristet. Trotz französischem "Ur-Winnetou" Pierre Brice. Trotzdem sind bis schon sieben Übersetzungen aus Frankreich in

meiner Sammlung. Die älteste "Roi des requins" aus dem Jahr 1897 (3 übersetzte Hausschatzerzählungen: Le Roi des Requins (Der Ehri) - Le Brelan américan (Three carde monte) - L'Annaïa du brigand (Unter Würgern). Der kostbarste Band aber ist "Les Pirates de la Mer Rouge" (1935). Seit 1969 ("Winnetou, fils de la prairie") ist allerdings in

Frankreich kein Karl-May-Band mehr in franzöischer Sprache erschienen. Steliana Pujolras hat nun "Das Vermächtnis des Inka" (Band 39) übrsetzt. Es ist zu beziehen in Softcover für 18.90 € (21.00 CHF) und auch als eBook (8.90 €)..

Was immer wieder übeersehen wird: Es gibt auch eine Gruppe von Karl-May-Freunden in Frankreich mit der eigenen Website "Sur les traces de Winnetou".. Hier wird die neue Übersetzung von Steliana Pujolras (Bild rechts) ausführlich vorgestellt. "Endlich etwas Neues in der Welt von Karl May! Es ist nun viele Jahre her, dass kein Roman von Karl May ins Französische Vertretungen wurde. Es ist jetzt mit der neuen Übersetzung von Frau Steliana Pujolras fert. Brust neuer Roman " Das Vermächtnis der Inka "steht ab sofort zum Verkauf. Gutes Lesen!"

18. August 2020

 

Neuerscheinungen Karl May:

 

Karl-May-Treff

Das Magazin rund um die Karl-May-Spiele

Ausgabe Nr. 64

Hoffnung

 «Vieles ist in diesem Sommer anders. Corona hat uns alle fest im Griff. Fast alle Karl-May-Spiele wurden abgesagt. Wo sonst unter tosendem Applaus Winnetou für das Gute kämpft, herrst nun eine geradezu unheimliche Stille.

Im Erlebnispark Pullman City Bayern dagegen hat man unter erheblichen Auflagen und konsequenter Einhaltung der Hygienevorschriften die Karl-May-Spiele starten lassen, Und das mit Erfolg!» (Mike Dietrich)

Zum Inhalt dieser Ausgabe:

Bad Segeberg

Im Gespräch mit Sascha Hehn (S. 4)

Im Gespräch mit Katy Karrenbauer (S. 8)

Das Aus der Karl-May-Spiele 2020 (S. 13)

Im Gespräch mit Ute Thienel (S. 16)

Pullman City (Bayern)

Bei den Proben zu Old Surehand (S. 22))

Im Gespräch mit Harald Wieczorek (s. 26)

Probe (Toto:Treff, Volker Schmid)
Probe (Toto:Treff, Volker Schmid)

Premiere von Old Surehand (S. 30)

Tiertraining – Winnetous Begleiter (S. 38)

Im Gespräch mit Claudia Jung (S. 42)

Exklusiv – Die Autogrammseite (S. 54)

Sonstiges

Vorschau (S. 59)

18. Juli  2020

 

Irmgard Gehle

 

Der Benediktiner
Ansgar Pöllmann unterwegs

aus dem Kloster in die Welt der Kunst und Literatur auf der Suche nach schöner Dichtung, nach hieratischer Kunst, nach Kolportage - bei Karl May

2019, Verlag Traugott Bautz, Nordhausen, 399 Seiten,

ISBN 978-3-9548 384-1

Es mag Zufall sein, dass sich zwei umfangreiche Publikationen ausgerechnet mit den beiden ärgsten Feinden Karl Mays Jürgen Seul mit dem Journalisten Rudolf Lebius und Imgard Gehle mit dem Benediktiner Pater Ansgar Pöllmann. In beiden Werken geht es nicht um Karl May, vielmehr um zwei Persönlichkeiten, die im Sog eines moralisierenden "Antimodernismus" und Kulturkampfes (Ultramontanismus) zu erbitterten Kritikern von Karl May wurden. Beide wären aber heute weitgehend vergessen, wenn nicht ihr Kampf gegen den Erfolgsschriftsteller Karl May ihr Leben über weite Strecken geprägt und beherrscht hat. Zimperlich waren sie beide nicht, ihr Eifer hat sie zu übrzeugten Tätern gemacht, in einer Zeit, in der vieles im Umbruch war und der Katholizismus versuchte durch restriktive Päpste (Leo X., Pius X) verlorene Bedeutung zurückzugewinnen.

Eigentlich gehört dieses 2019 erschienene Buch zur "Sekundärliteratur" von Karl May obwohl es ein Porträt des Benediktiners-Mönchs Ansgar ist (1871-1933), der Schriftsteller, Dichter, Redakteur, Kunstexperte und Literaturkritiker war. "Der Nachwelt bekannt wurde er als harscher unbarmherziger Kritiker Karl Mays. Dass ihmdiese Kritik Zeit seines Lebens anhing und sein Lebenswerk nicht als Ganzes gewürdigt wurde, zeigen die Forschungen der Karl-May-Gesellschaft, besonders die vernichtende Diffamierung des Mitbe-gründers und Geschäftsführers des Karl-May-Verlags Euchar Albrecht Schmid (1884-1951), die bisher kaum differen-ziert gesehen und der noch nicht widersprochen wurde."

Pöllmanns Auseinandersetzung mit Karl May umfasst immerhin 70 Seiten des Buchs (Seite 161-231) und ist wohl eines der wichtigsten und prägendsten Kapitel  des sehr umfangreichen Porträts. Eine Besprechung hat Günther Wüste in den KMG-Nachrichten Nr. 201 (September 2019) veröffentlicht. "Fazit: Auch für die May-Forschung von Interesse, beleuchtet dieser Band von Irmgard Gehle doch Pöllmanns gesamtes Leben und Werk und nicht nur den Aspekt "Karl May".

Von besonderem Interesse für Karl-May-Forscher und Sammler dürfte der Nachlass von Pater Ansgar Pöllmann im Kloster Beuron (in Bezug auf Karl May) sein. Er besteht aus 16 Einzelakten und zwei gebundenen Materialsammlungen (Briefe, Berichte u.a.).