Literatur Karl May: Neuerscheinungen - Teil 3

15. Dezember 2020

 

Jahrbuch der Karl May Gesellschaft
2020

 

Herausgegeben von Claus Roxin, Florian Schleburg, Helmut
                                         Schmiedt, Haartmut Vollmer und Johannes Zeilinger 
2020, Hansa Verlag, Husum, 368 Seiten, ISBN 978-3-941629-26-4

 

"Im 51. Jahr ihres Bestehens legt die Karl-May-Gesell-schaft ihr 50. Jahrbuch vor. Redaktionsmitglied Roy Dieckmann blickt in einer ausführlichen Chronik auf Geschichte und Geschicke des Periodikums zurück Im Mittelpunkt des Bandes stehen einige der Vorträge des Mainzer Jubiumskongresses:

Der langjährige Vorsitzende Johannes Zeilinger stellt Karl May in den Zusammen-hang der deutschen Orientrezep-tion, die sich zwischen ästhetischer Idealisierung, wissenschaftlichem Aufbruch und kolo-nialen Gelüsten bewegte. Florian Schleburg untersucht den respektvoll interessierten, aber auch spielerisch sich verselb-ständigenden Umgang des Autors mit der islamischen Überlieferung. Malte Ristau vergleicht die Darstellung der europäischen Auswanderung in Mays Erzählwelt mit den historischen Fakten. Stephan Lesker arbeitet die Bedeutung eines würdigen Totengedenkens für Werk und Leben heraus. Lutz Hagestedt abstra-hiert aus der bunten Vielfalt der Texte strukturelle Grundbausteine der literarischen Komposi-tionstechnik, und Micky Remann sucht nach einem Berührungs-punkt zwischen May und seinem unkonventionellen Zeitgenossen Paul Scheerbart. Ausserdem legt Wemer Thiede die Hypothese vor, dass sich die zahllosen Sprach- und Sinnent-stellungen in den Erstausgaben der Kolportageromane durch mündliches Diktieren in der Setzerwerkstatt erklären und Rudi Schweikert prüft das Fachwissen des skurrilen Paläontologen Dr. Morgenstern aus dem "Vermächtnis des Inka". Ralf Gehrke schliesslich präsentiert einen Quellentext von weit über die May-Forschung hinausreichender Bedeutung, der hier erstmals voll ständig in deutscher Übersetzung veröffentlicht wird: Der 1935 in der Tschechoslowakei erschienene Zeitschriftenbeitrag des sogenannten "Brünner Anonymus" enthüllte recht unrühmliche Einzelheiten aus dem Vorleben des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und setzte auch das Gerücht in die Welt, dass Hitler, damals mittel- und erfolgloser Maler, in geliehenen Stiefeln Mays Wiener Vortrag über die ethische Veredelung der Menschheit besucht habe - eine tragikomische Vorstellung, die angesichts des Befundes eine hohe Wahrscheinlichkeit gewinnt. Für die Jahresberichte über das Nachleben Karl Mays in Wissenschaft, Medienwelt und (Karl-May-Gesellschaft zeichnen neben Helmut Schmiedt diesmal Roy Dieckmann und der neue Schriftführer Gunnar Sperveslage verantwortlich."

02. Dezember 2020

 

May-nungen

 

Karl May Club Österreich
Nummer 14 / 2020

"May-Nungen" erscheint bei Bedarf und beinhaltet Informationen zu den Tätigkeiten des KMCÖ, Neuigkeiten zu Leben und Werk Karl Mays sowie Aktuelles aus der Karl-May-Szene. 

Aus dem Inhalt:

  • Lorenz Hunziker:
    Antworten zu "A grausliche Geschicht"    (S. 9)
  • Sr. Mirjam Dinkelbach:
    Karl-May-Preis für interkulturelle 
    Verständigung Teil XI  (S. 16)
  • Karl-Heinz Becker:
    Das Mai-Wunder  (S. 19)
  • Joachim Schüring:
    Der falsche Doktor  (S. 25)
  • Eva Denner:
    Karl May in St. Pölten  (S. 31)
  • Ger Tielen:
    Die Karl May Vereinigung für die Niederlande und Belgien  (S. 34)
  • Elisabeth Kolb:
    Karl May für Greehorns - Rezension   (S. 39)
  • Elisabeth Kolb:
    Zwischen Heldenverehrung und Peinlichkeit - Rezension  (S.41)
  • Elisabeth Kolb: Winnetou in Bayern - auf bayrisch  (43)
  • Monika Seres:
    Der Ölbrinz in Winzendorf   (S.46)
  • Hubert Havlincek:
    Aus alten Katalogen:  (S. 48)
  • Peter Baldia:
    In Memoriam _ Leonhard "Buschi" Putzgruber  (S. 51)
  • Eva Denner:
    Essen in Corona-Zeiten - mit Karl May (Preisrätsel)  (S. 54)
  • Sr. Mirjam Dinkelbach:
    Sonnenblumen - eine Mayditation  (S. 56)
    Leseratten werben Leseratten  (S.58)
    Karl May entkommt man nicht   (S.59)      

23. Oktober 2020

 

Neuerscheinung:

 

Karl May

Am Hancockberg

 

Fantastische Geschichten mit Winnetou,
Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi...

Das Anliegen dieser ausgezeichneten Anthologie: Jener Schriftsteller Karl May in den Mittelpunkt zu rücken, der heute noch - mehr als hundert Jahre nach seinem Tod - gelesen werden kann, darf und muss. Hartmut Wörner, der Verfasser dieser spannenden "Blütenlese", kennt das Problem. Er ist Geschäftsführer der literarischen Karl-May-Gesellschaft und erlebt den Interesse- und Mitglieder-Schwund hautnah. Seine Analyse der Situation ist nicht ermutigend. Karl May und viele seiner Schöpfungen rutscht immer mehr in die Vergessenheit. Nicht ganz zu Unrecht,

(Bild: Tuschzeichnung von Lrs Noah)
(Bild: Tuschzeichnung von Lrs Noah)

ldenn einige seiner vielen Werke sind nur noch im historischen Kontext - im Umfeld der Kultur, des Wissens und des Bewusstseins des auslaufenden 19. Jahrhunderts - zu lesen, zu verstehen. Und da macht Hartmut Wörner einen wichtigen, entscheidenden Schritt. Er stellt Originaltexte in einem Buch zusammen, die als zeitlose Mythen heute noch gelesen und verstanden werden. Sein Fehler - in seinem durchaus gelungenen Bemühen - liegt im Umfang des Buchs. Mehr als 500 Seiten und das in einer Zeit, wo das Lesen - vor allem bei der jungen Generation - immer ausgeprägter auf Twitterformat schrumpft. Auch der Titel des Buchs "Am Hancockberg" ist für einen Nicht-Karl-May-Kenner wenig verständlich. (Es ist der Ort, wo Winnetou starb.) Zwar fasst er einen grossen Mythos zusammen, aber leserfreundlich?

Inhalt:

Der Geschichtenerzähler Karl May S.7
1.     "Ave Maria" (Winnetous Tod)  S.9
2.     Der Kutb                               S.111
3.     Des Kindes Ruf                     S.165
4.     Mutterliebe                            S. 201
5.     Tui Fanua                              S. 237
6.     Der Brodnik                           S.269
7.     Ein Rätsel                             S.321
8.     Bei den Aussätzigen              S.461
9.     Freuden und Leiden eines
        Vielgelesenen                        S.473
"Als Zugang in die bunte May'sche Welt versammelt "Am Hanockberg" spannende Abebenteuer, die die legengären Helden rund um dn Globus erleben." (Hartmut Wörner)

27. September 2020

 

Reinhard Marheinecke

 

Die Tramps vom Kansas River

Ein neuer Roman mit Winnetou und
Old Shatterhand

                                                2020, Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul, 310 Seiten
                                                ISBN 978-3-7802-0133-1

Richard Marheinecke hat mehr als vierzig neue Winnetou-Romane geschrieben. Er ist ein Vielschreiber, der mit Figuren von Karl May, vor allem Winnetou und Old Shatterhand, immer wider neue Abenteuer erfindet und in einem zeitgemässen Karl-May-Stil ein eigenes literarisches Werk geschaffen hat. Seit der Veröffentlichung von „Die Jagd des Old Shatterhand“ (1994)

kehrt er immer wieder zu den zwei Karl-May-Helden zurück. "Die Tramps von Kansas River" ist sein neustes Winnetou-Buch und ist in der "Pastiche-Reihe" des Karl-May-Verlags soeben erschienen.

Das Wort "Pastische" (Nachahmung) bezeichnet ein Werk (literarisch, musikalisch, filmisch etc.), das offen das Werk eine vorangehenden Autors imitiert. "Die Art der Imitation kann entweder von Hochachtung oder von Satire geprägt sein. Von der Fälschung unterscheidet es sich dadurch, dass es seine Epigonalität offen deklariert." (Quelle:  wikipedia) Im Bereich Karl May gibt es eine ganze Reihe von (unterschiedlichen Pastische-Werke aus verschiedenen Epochen und von verschiedenen Autoren. Richard Marheinecke gehört zu den wohl kreativsten und vor allem produktivsten. In meiner Sammlung sind bisher etwa 10 Werke, die man diesem Bereich zuordnen kann. Dies ist das erste Werk von Reinhard Marheinicke. Ich werde diese Sparte in der Sammlung nun allmählich ergänzen und in der Rubrik Neu in der Sammlung beschreiben.

21. September 2020

 

Neuerscheinung:

 

Lagerfeuer Der Skalp von Ribannas Mörder ist mein!

 

Warum will Winnetou den Skalp von Parranoh?

 

Neue, vollständig überarbeitete Auflage des ersten "Lagerfeuers" ( März 1913), der Publikation von Lorenz Hunziker im Schweizer Karl May-Freundeskreis.

Es sind nun - man zähle selber nach - elf Ausgaben der etwa 20 Seiten umfas-senden Publikation "Lagerfeuer" erschienen. Von der ersten Ausgabe - hier mit "Ausverkauft" markiert - gibt es nun eine überarbeitete Neuauflage. Es sind also eigentlich jetzt schon 12 Ausgaben ind der Reihe des "Schweizer Karl May Freundeskreises. Die meisten hat Lorenz Hunziker verfasst. Der Text dieser ersten (neuen) Ausgabe wurde soeben auch in den "Mitteilungen" (Nummer 205, vonm September 2020) der KMG (Karl-May-Gesellschaft) übernommen. Damit erhält die Pubikation von Lorenz Hunziker noch einen weit grösseren Leserkreis und auch mehr Beachtung. Eine verdiente Aner-kennung für die unermüdliche Arbeit von Lorenz in Sachen Karl May.

24. August 2020

 

Neuerscheinung:

 

Karl May

L'Héritage de l'Inca

 

Übersetzung:Steliana Pujolras

2020, Edition Post-Scriptum

440 Seiten, ISBN 979-10-94605-20-2

 

Übersetzungen von Karl-May-Werken gibt es etwa in 45 Sprachen (wenn man Dialekte und Kunstsprachen dazu rechnet). Französisch zählt sogar zu den Sprachen, in die Karl-May-Bücher am häufigsten übersetzt wurde. Doch es ist kein Geheimnis, dass Karl May in Frankreich heute ein kümmerliches Dasein fristet. Trotz französischem "Ur-Winnetou" Pierre Brice. Trotzdem sind bis schon sieben Übersetzungen aus Frankreich in

meiner Sammlung. Die älteste "Roi des requins" aus dem Jahr 1897 (3 übersetzte Hausschatzerzählungen: Le Roi des Requins (Der Ehri) - Le Brelan américan (Three carde monte) - L'Annaïa du brigand (Unter Würgern). Der kostbarste Band aber ist "Les Pirates de la Mer Rouge" (1935). Seit 1969 ("Winnetou, fils de la prairie") ist allerdings in

Frankreich kein Karl-May-Band mehr in franzöischer Sprache erschienen. Steliana Pujolras hat nun "Das Vermächtnis des Inka" (Band 39) übrsetzt. Es ist zu beziehen in Softcover für 18.90 € (21.00 CHF) und auch als eBook (8.90 €)..

Was immer wieder übeersehen wird: Es gibt auch eine Gruppe von Karl-May-Freunden in Frankreich mit der eigenen Website "Sur les traces de Winnetou".. Hier wird die neue Übersetzung von Steliana Pujolras (Bild rechts) ausführlich vorgestellt. "Endlich etwas Neues in der Welt von Karl May! Es ist nun viele Jahre her, dass kein Roman von Karl May ins Französische Vertretungen wurde. Es ist jetzt mit der neuen Übersetzung von Frau Steliana Pujolras fert. Brust neuer Roman " Das Vermächtnis der Inka "steht ab sofort zum Verkauf. Gutes Lesen!"

18. August 2020

 

Neuerscheinungen Karl May:

 

Karl-May-Treff

Das Magazin rund um die Karl-May-Spiele

Ausgabe Nr. 64

Hoffnung

 «Vieles ist in diesem Sommer anders. Corona hat uns alle fest im Griff. Fast alle Karl-May-Spiele wurden abgesagt. Wo sonst unter tosendem Applaus Winnetou für das Gute kämpft, herrst nun eine geradezu unheimliche Stille.

Im Erlebnispark Pullman City Bayern dagegen hat man unter erheblichen Auflagen und konsequenter Einhaltung der Hygienevorschriften die Karl-May-Spiele starten lassen, Und das mit Erfolg!» (Mike Dietrich)

Zum Inhalt dieser Ausgabe:

Bad Segeberg

Im Gespräch mit Sascha Hehn (S. 4)

Im Gespräch mit Katy Karrenbauer (S. 8)

Das Aus der Karl-May-Spiele 2020 (S. 13)

Im Gespräch mit Ute Thienel (S. 16)

Pullman City (Bayern)

Bei den Proben zu Old Surehand (S. 22))

Im Gespräch mit Harald Wieczorek (s. 26)

Probe (Toto:Treff, Volker Schmid)
Probe (Toto:Treff, Volker Schmid)

Premiere von Old Surehand (S. 30)

Tiertraining – Winnetous Begleiter (S. 38)

Im Gespräch mit Claudia Jung (S. 42)

Exklusiv – Die Autogrammseite (S. 54)

Sonstiges

Vorschau (S. 59)

18. Juli  2020

 

Irmgard Gehle

 

Der Benediktiner
Ansgar Pöllmann unterwegs

aus dem Kloster in die Welt der Kunst und Literatur auf der Suche nach schöner Dichtung, nach hieratischer Kunst, nach Kolportage - bei Karl May

2019, Verlag Traugott Bautz, Nordhausen, 399 Seiten,

ISBN 978-3-9548 384-1

Es mag Zufall sein, dass sich zwei umfangreiche Publikationen ausgerechnet mit den beiden ärgsten Feinden Karl Mays Jürgen Seul mit dem Journalisten Rudolf Lebius und Imgard Gehle mit dem Benediktiner Pater Ansgar Pöllmann. In beiden Werken geht es nicht um Karl May, vielmehr um zwei Persönlichkeiten, die im Sog eines moralisierenden "Antimodernismus" und Kulturkampfes (Ultramontanismus) zu erbitterten Kritikern von Karl May wurden. Beide wären aber heute weitgehend vergessen, wenn nicht ihr Kampf gegen den Erfolgsschriftsteller Karl May ihr Leben über weite Strecken geprägt und beherrscht hat. Zimperlich waren sie beide nicht, ihr Eifer hat sie zu übrzeugten Tätern gemacht, in einer Zeit, in der vieles im Umbruch war und der Katholizismus versuchte durch restriktive Päpste (Leo X., Pius X) verlorene Bedeutung zurückzugewinnen.

Eigentlich gehört dieses 2019 erschienene Buch zur "Sekundärliteratur" von Karl May obwohl es ein Porträt des Benediktiners-Mönchs Ansgar ist (1871-1933), der Schriftsteller, Dichter, Redakteur, Kunstexperte und Literaturkritiker war. "Der Nachwelt bekannt wurde er als harscher unbarmherziger Kritiker Karl Mays. Dass ihmdiese Kritik Zeit seines Lebens anhing und sein Lebenswerk nicht als Ganzes gewürdigt wurde, zeigen die Forschungen der Karl-May-Gesellschaft, besonders die vernichtende Diffamierung des Mitbe-gründers und Geschäftsführers des Karl-May-Verlags Euchar Albrecht Schmid (1884-1951), die bisher kaum differen-ziert gesehen und der noch nicht widersprochen wurde."

Pöllmanns Auseinandersetzung mit Karl May umfasst immerhin 70 Seiten des Buchs (Seite 161-231) und ist wohl eines der wichtigsten und prägendsten Kapitel  des sehr umfangreichen Porträts. Eine Besprechung hat Günther Wüste in den KMG-Nachrichten Nr. 201 (September 2019) veröffentlicht. "Fazit: Auch für die May-Forschung von Interesse, beleuchtet dieser Band von Irmgard Gehle doch Pöllmanns gesamtes Leben und Werk und nicht nur den Aspekt "Karl May".

Von besonderem Interesse für Karl-May-Forscher und Sammler dürfte der Nachlass von Pater Ansgar Pöllmann im Kloster Beuron (in Bezug auf Karl May) sein. Er besteht aus 16 Einzelakten und zwei gebundenen Materialsammlungen (Briefe, Berichte u.a.).